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Freitag, 26. Juni 2026

Lenkungskreissitzung zu S 21 vom 26.06.2026 enttäuschend - Deutschlandtakt nicht berücksichtigt

Die Lenkungskreissitzung zu Stuttgart 21 von heute ist absolut enttäuschend. Das lässt aus der anschließenden Presekonferenz folgern. 

Im Prinzip wird nur das bestehende Projekt mit immer größeren Verzögerungen und immer höheren Kosten weiterbetrieben. Auf die Idee, das Projekt zumindest in Teilen abzuändern, scheint niemand zu kommen.

Nehmen wir als Beispiel mal den Deutschlandtakt.

Als Stuttgart 21 im Jahr 1994 überfallartig vorgestellt wurde, war von einem Integralen Taktfahrplan oder Deutschlandtakt für die Bahn in Deutschland noch keine Rede. Erst ab dem Jahr 2008 - und damit viel später als die Geburt von Stuttgart 21 - wurde die Idee des Integralen Taktfahrplans alias Deutschlandtakt in Deutschland ernsthaft weiterverfolgt.

In der Schweiz wurde der Integrale Taktfahrplan bereits im Jahr 1985 "erfunden". Seitdem werden dort die Knotenpunktsbahnhöfe und die Strecken zwischen den Knotenpunktsbahnhöfen gemäß den Vorgaben des Integralen Taktfahrplans ausgebaut.

Der Integrale Taktfahrplan alias Deutschlandtakt hätte für das Projekt Stuttgart 21 eine goldene Brücke geboten, um gesichtswahrend Änderungen an dem Projekt vornehmen zu können. Das ist aber nicht erfolgt, jedenfalls bisher nicht.

Kombibahnhof ist für Stuttgart unabdingbar
Für die Umsetzung des Deutschlandtakts im Bahnknoten Stuttgart ist ein Kombibahnhof mit viergleisigem Durchgangsbahnhof und 16gleisigem Kopfbahnhof unabdingbar. Dazu muss es weitere Zu-/Ablaufgleise von Zuffenhausen, Bad Cannstatt und S-Vaihingen zum Kopfbahnhof geben.

       

Mittwoch, 6. Mai 2026

Koalitionsvertrag BW 2026 zum Bahnknoten Stuttgart und zur Gäubahn: Eine Katastrophe

Der seit heute der Öffentlichkeit zugängliche Koalitionsvertrag Baden-Württemberg 2026 ist in Sachen Bahnknoten Stuttgart eine einzige Enttäuschung. 

"Der Pfaffensteigtunnel sorgt künftig für eine starke Direktanbindung der Gäubahn an die Landeshauptstadt und den Flughafen Stuttgart". 

Der Pfaffensteigtunnel muss sich beim Flughafen in die Strecke von Wendlingen einfädeln und die noch verfügbaren Slots nutzen. Das ist gegenüber heute eine gravierende Verschlechterung.

"Auch bis zu seiner Realisierung muss eine attraktive Anbindung der Landeshauptstadt durch die Gäubahn sichergestellt werden."

Das heißt noch lange nicht, dass die Züge der Gäubahn bis zum Hauptbahnhhof durchfahren. S-Vaihingen gehört auch zur Landeshauptstadt Stuttgart.

"Eine Unterbrechung der Direktanbindung Singen/Zürich vor Inbetriebnahme von Stuttgart 21
darf es nicht geben".

Der Pfaffensteigtunnel ist nicht Stuttgart 21. Die Unterbrechung kann also vor der Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels erfolgen.

"Die Maßnahmen zur Beschleunigung der Gäubahn müssen mit Hochdruck vorangetrieben werden".

Das Land BW ist dafür nicht zuständig. Fordern kostet nichts.

"Mit der Realisierung einer neuen S-Bahn-Linie wird der Erhalt der Panoramabahn in einem
ersten Schritt gesichert. Darüber hinaus setzt sich das Land für den schrittweisen Ausbau des Nahverkehrs-Dreiecks ein."

Der Einstieg in die Tangentiallinien und damit die weitere Schwächung des Bahnknotens Stuttgart feiert fröhliche Urstände.

Danke an die Grünen und die CDU für dieses Programm! Gott sei dank dauert eine Legislatur nur fünf Jahre.      

    

Sonntag, 3. Mai 2026

Kontroverse um "Fernwanderwege" beim Stuttgarter Hauptbahnhof

Seit Jahren ist der Stuttgarter Hauptbahnhof (Kopfbahnhof) von der S-Bahn, der Stadtbahn und von der Stuttgarter Innenstadt nur über viele hunderte Meter lange Fußwege (Volksmund: Fernwanderwege) zu erreichen. 

Und jahrelang schien das der Politik egal zu sein. Jetzt scheinen Teile der Politik plötzlich aufgewacht zu sein. Die Grünen im Regionalparlament präsentierten einen - wenngleich weniger geeigneten - Vorschlag zur Verkürzung der Zugangswege. Jetzt hat auch Stuttgarts OB Nopper (CDU) einen relativ guten Vorschlag präsentiert.

Die Erreichbarkeit Stuttgarts ist gemindert
Während der großen Demonstrationen gegen das Projekt Stuttgart 21 äußerten Teile der Politik und auch des Einzelhandels Sorge, ob die Stuttgarter Innenstadt überhaupt noch erreichbar sei. Die Fernwanderwege bewirken - davon bin ich überzeugt - eine noch viel größere Einschränkung der Erreichbarkeit der Stuttgarter Innenstadt. Ich bin überzeugt davon, dass viele Menschen als Folge der Fernwanderwege gar nicht mehr nach Stuttgart, sondern anderswohin fahren. Ist das der Politik und dem Einzelhandel egal?

Dienstag, 14. April 2026

Gibt es Hinweise aus dem Sondierungspapier in Baden-Württemberg zu Stuttgart 21?

Die Parteien Die Grünen und CDU haben am 14.04.2026 das Sondierungspapier, die Vorstufe für den Koalitionsvertrag, veröffentlicht.

Gibt es im Sondierungspapier Hinweise zu Stuttgart 21?

Direkt nicht, aber vielleicht zwischen den Zeilen?

So steht auf Seite 7 des Sondierungspapiers, dass die Angebote und die Infrastruktur im Schienenpersonennahverkehr weiter ausgebaut werden sollen.

Das heißt dann wohl auch, dass hinter das heute vorhandene Angebot nicht mehr zurückgegangen werden kann. Im Gegenteil muss es einen weiteren Ausbau geben.

Insbesondere sollen gemäß dem Papier die Qualität, die Zuverlässigkeit und die Pünktlichkeit weiter gesteigert werden.

Dafür ist nach meinem Dafürhalten ein ergänzender Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof erforderlich. 

Hoffen wir, dass dies in den kommenden Koalitionsverhandlungen konkretisiert wird und dass an Stelle der unsäglichen Tangentenpläne beim Bahnknoten Stuttgart  tatsächlich ein Kopfbahnhof kommt!      

Montag, 23. März 2026

Knoten Mannheim ist chronisch überlastet, nicht aber der Knoten Stuttgart

Das Bundesverkehrsministerium hat vor kurzem unter dem Titel "Taskforce zuverlässige Bahn" ein Maßnahmenpaket mit 22 Einzelmaßnahmen vorgelegt, mit denen der Bahnbetrieb stabilisiert werden soll. Daran beteiligt waren Vertreter von Bahn, Bund, Ländern, Behörden, Bahnunternehmen sowie Verbänden.

Bestandteil des Maßnahmenpakets ist auch die Entlastung von sieben Knotenpunkten, die besonders ursächlich für Verspätungen sind.

Das sind die sieben Knotenpunkte:
Frankfurt am Main
München
Köln
Hamburg
Mannheim
Hannover
Berlin. 
 
Auf den ersten Blick fällt das Folgende auf:
Der Knoten Stuttgart ist nicht unter den sieben besonders verspätungsanfälligen Knotenpunkten.
Mit dem Knoten Mannheim ist ein Knoten in BW besonders verspätungsanfällig.
 
Wurde mit Stuttgart 21 eine vollkommen falsche Investition getätigt?
An Stelle von Stuttgart 21 hätte man zunächst einmal den Knoten Mannheim ausbauen müssen. Später hätte man dann eine Kombilösung für den Knoten Stuttgart bauen müssen.
 
Ist Stuttgart bald der achte besonders verpätungsanfällige Knoten?
Im Zusammenhang mit Stuttgart 21 kann es sein, dass der Knoten Stuttgart bald dem Club der besonders verspätungsanfälligen Knoten beitritt.
 
Ist Stuttgart 21 in erster Linie ein Immobilienprojekt?
Viele Kritiker sagen, dass Stuttgart 21 in erster Linie ein Immobilienprojekt und kein Bahnprojekt ist.
 
Wir müssen das hier präzisieren: Stuttgart 21 ist weder ein Bahnprojekt noch ein Immobilienprojekt.
 
Wieso diese Schlussfolgerung?
 
Das kann man schnell sehen, wenn man zum Beispiel das Umfeld der Hauptbahnhöfe von Heidelberg oder von Mannheim betrachtet.
 
Beide Hauptbahnhöfe wurden nicht unter die Erde gelegt. Trotzdem wirkt das Umfeld bei beiden Hauptbahnhöfen viel großstädtischer und viel bautätiger als in Stuttgart. Daraus folgt, dass Stuttgart 21 auch die Entwicklung von ehemaligen Bahnflächen behindert.  
 
Reißt eine neue Regierung in BW das Ruder herum?
Wir geben hiermit unserer Hoffnung Ausdruck, dass eine neue Regierung in BW mit neuem Personal auch im Verkehrsministerium das Ruder herumreißt und mit dem Ausbau des Bahnknotens Mannheim und einem Kombibahnhof in Stuttgart den Weg in eine gute Bahnzukunft einschlägt.            

Samstag, 17. Januar 2026

Tagesschau: "Kein Geld für Ausbau von fünf Bahnstrecken", Wird der unnötige Gäubahn-Pfaffensteigtunnel trotzdem gebaut?

Die Tagesschau hat auf ihrer Website vom 15.01.2026 einen Bericht veröffentlicht, wonach fünf Bahnstrecken in Deutschland vorerst nicht ausgebaut werden können. Der Grund ist das fehlende Geld.

Hier stellt sich unmittelbar die Frage, ob unter diesen Umständen der Gäubahn-Pfaffensteigtunnel gebaut werden darf und kann.

Die folgenden Strecken sind betroffen:
Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar - Gößnitz
Sanierung München - Freilassing
viergleisiger Ausbau des Knotens Mannheim
Ausbau des Güterverkehrs in Regensburg
Ausbau Wallauer Spange in Hessen

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Landeshauptstadt Stuttgart fast pleite - Kann Rückabwicklung des Stuttgart 21-Grundstückgeschäfts helfen?

Verschiedene Medien berichten, dass die Landeshauptstadt Stuttgart nahezu pleite ist.

Der Grund sind die stark gefallenen Gewerbesteuerzahlungen sowie die kostspielige Umsetzung von Bundesgesetzen. 

In diesem Kontext sollte geprüft werden, ob eine Rückabwicklung des Stuttgart 21-Grundstückgeschäfts der Finanzsituation der Landeshauptstadt behilflich sein könnte. Die Landeshauptstadt Stuttgart hat für einen Preis von 459 Mio. Euro die durch Stuttgart 21 möglicherweise freiwerdenden Gleisflächen der Bahn abgekauft.

Glück gehabt: Übernahme von Stuttgart 21-Mehrkosten
Die Bahn hat ja die Projektpartner von Stuttgart 21 vor Gericht zur anteiligen Übernahme der Mehrkosten bei Stuttgart 21 verklagt und auch in zweiter Instanz verloren. Hätten die Gerichte dieser Kostenübernahme zugestimmt, wäre die Landeshauptstadt Stuttgart jetzt tatsächlich pleite und das Regierungspräsidium Stuttgart würde den Haushalt der Stadt festlegen. Dieser Kelch ist an Stuttgart noch einmal vorübergegangen.
 
Rückkauf der Bahngrundstücke durch die Bahn
Ein Rückkauf der sich jetzt im Eigentum der Landeshauptstadt Stuttgart befindlichen Bahngrundstücke durch die Bahn würde den Haushalt der Landeshauptstadt Stuttgart um 459 Mio. Euro entlasten und sollte deshalb ernsthaft geprüft werden.
 
Ein Kombibahnhof beseitigt alle Probleme 
Das wäre auch für die Bahn sinnvoll, weil sie im Rahmen eines Kombibahnhof aus Durchgangsbahnhof und Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof aller Kapazitätssorgen entledigt würde und auch den "Digitalen Knoten Stuttgart" erst mal ad acta legen könnte. Auch mit einem Kombibahnhof würden heutige Bahnflächen frei. Die Landeshauptstadt Stuttgart könnte zu einem späteren Zeitpunkt diese Flächen wieder zurückkaufen. Oder die Bahn vermarktet diese Flächen selbst.
 
Stuttgart 21-Rosenstein ist Luftnummer
In absehbarer Zeit kann die Landeshauptstadt Stuttgart die Altlastenbeseitigung und die Entwicklung eines Rosenstein-Quartiers nicht leisten. Es ist auch vollkommen unklar, ob zum Jahr 2035 oder 2040 überhaupt noch ein Bedarf an Wohnungen im Rosensteinquartier besteht. Man denke nur an die allgemein rückläufigen Bevölkerungszahlen oder an die mit einem wirtschaftlichen Niedergang verbundenen Wegzüge aus Stuttgart.
 
Rückkauf der Grundstücke kommt zur rechten Zeit
Von daher kommt jetzt die Möglichkeit, dass die Bahn die Stuttgart 21-Grundstücke von der Landeshauptstadt Stuttgart zurückkauft, sowohl für die Bahn als auch für die Landeshauptstadt zur rechten Zeit. Die Wahrnehmung dieser Möglichkeit würde eine der bisher im Kontext von Stuttgart 21 wichtigsten Entscheidungen darstellen.


Mittwoch, 19. November 2025

"Alles-oder-Nichts-Projekt" und "Digital-Versuchsprojekt" Stuttgart 21 rollt auf Prellbock zu

Gemäß den Berichten zahlreicher Medien vom 19.11.2025 hat die Bahn die bisher geplante und bereits mehrfach verschobene Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 Mitte Dezember 2026 abgesagt und auf einen nicht genannten Termin verschoben.

Diese Vorgänge bestätigen erneut das in diesem Blog seit Jahren Gesagte.

Dieser Blog besteht jetzt seit über 15 Jahren. In den ersten Jahren des Bestehens dieses Blogs haben wir immer wieder im Zusammenhang mit Stuttgart 21 von einem "Alles-oder-Nichts-Projekt" geschrieben. Das sollte darstellen, dass Stuttgart 21 nur als Ganzes sinnvoll in Betrieb genommen werden kann. Im Gegensatz dazu steht ein etappierbares Projekt, bei dem einzelne Abschnitte alleinstehend und mit alleinigem Nutzen in Betrieb genommen werden können.  

Das Alles-oder-Nichts-Projekt 
Der Umbau des Bahnknotens Stuttgart im Rahmen eines Alles-oder-Nichts-Projekt ist einmalig in Europa. Andere Bahnknoten in Europa werden etappierbar umgebaut. Das hat viele Vorteile. Nennen wir nur die Möglichkeit, einzelne Abschnitte des Umbaus frühzeitig in Betrieb zu nehmen oder bei einem Scheitern des Projekts wenigstens keine vollständige Bauruine zu erhalten.
 
Digitaler Knoten Stuttgart
Nicht genug damit, dass das nicht etappierbare Alles-oder-Nichts-Projekt Stuttgart 21 ein in Europa einmaliger Außenseiter ist. Jetzt soll auch noch der Digitale Knoten Stuttgart (DKS) draufgesattelt werden. Denn man hat wohl realisiert, dass Stuttgart 21 ohne den DKS nicht genügend leistungsfähig ist, wobei der DKS eigentlich mehr Hoffnungsträger als wirklicher Nutzenbringer ist.
 
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Das extrem schwierige Alles-oder-Nichts-Projekt Stuttgart 21 wird noch mit einem weiteren unsicheren Kantonisten, dem DKS, belastet. Das sieht nicht gut aus. Das beinhaltet eine hohe Wahrscheinlichkeit des Scheiterns.
 
Der Kopfbahnhof muss erhalten bleiben
Jedenfalls müssen jetzt endgültig Nägel mit Köpfen gemacht werden. Der Stuttgarter Kopfbahnhhof muss für den Weiterbetrieb vorbereitet werden. Die Gäubahn muss weiterhin über die Panoramastrecke zum Kopfbahnhof geführt werden, wobei selbstverständlich einige mehrmonatige Unterbrechungen der Panoramastrecke für die Instandhaltung und Modernisierung möglich sind.     

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Stuttgart 21 und Ringstraßen: Die Stuttgarter Verkehrsplanung steht auf dem Kopf

Die Stuttgarter Verkehrsplanung steht auf dem Kopf.

Fangen wir mal mit der Eisenbahn an.
Die Eisenbahn hat den Systemvorteil, dass sie ins Herz der Städte fahren kann. Besucher und Pendler kommen mit der Bahn bequem in die Innenstädte zum Hauptbahnhof. Im Hauptbahnhof bestehen zudem Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen.
 
In Stuttgart wird nun im Rahmen von Stuttgart 21 das Gegenteil gemacht. Der Stuttgart 21-Hauptbahnhof ist mit seinen acht Gleisen unterdimensioniert. Jetzt schlägt das Landesverkehrsministerium vor, tangentiale Bahnstrecken zu bauen, die den Stuttgarter Hauptbahnhof umfahren. Was für eine Versündigung am System Bahn!
 
Kommen wir zum Autoverkehr.
Die europäische Stadt ist für den Autoverkehr nur bedingt geeignet. Viele Städte bauen deshalb für den Autoverkehr Ringstraßen, so dass wenigstens das historische Zentrum der Stadt mit nur wenigen Autos leben muss.
 
In Stuttgart hat man in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg die Radialstraßen ausgebaut und einen überdimensionierten Cityring ("Stadtautobahn") angelegt. Großräumigere Ringstraßen wie ein Mittlerer Ring oder ein Außenring fehlen weitgehend.
 
Jetzt ist die Diskussion um einen Teil eines Außenrings (Nordostring) wiederaufgeflammt. Konkret wird ein 10 Kilometer langer Straßentunnel vorgeschlagen. Dagegen sprechen aber die Bau- und Betriebskosten. Und noch etwas spricht dagegen. Vielen Autofahrern wird ein solcher Tunnel überhaupt nicht gefallen. Sie werden diesen Tunnel meiden.
 
Besser wäre es, den zukünftigen Stuttgarter Außenring mit einer Abfolge vieler, nur wenige hundert Meter langer Tunnels zu bauen.
 
Jetzt ist mal wieder ein Grundsatzgutachten erforderlich
Stuttgart hat schon lange kein Grundsatzgutachten zum Verkehr mehr beauftragt. Dafür ist es jetzt höchste Zeit. Dieses Gutachten soll sich mit dem Mittleren Ring und dem Außenring beschäftigen. Zudem soll das Gutachten eine Erweiterung des Stuttgart 21-Hauptbahnhofs in Form eines Kopfbahnhofs untersuchen.
 
Bisher blockieren sich in Sachen Verkehr die politischen Lager in Stuttgart gegenseitig. Wann wird diese Blockade endlich aufgebrochen? 
 

 

Samstag, 7. Juni 2025

Neue Volksabstimmung zur Gäubahn in Baden-Württemberg erforderlich

Die jetzt drohende Amputation der Gäubahn über viele Jahre hinweg sowie die Gäubahn als Ganzes werden in der an alle Haushalte in Baden-Württemberg versandten "Information der Landesregierung Baden-Württemberg zur Volksabstimmung am 27. November 2011" nicht genannt.

Es ist deshalb erforderlich, dass zur Gäubahn und vor allem zur drohenden vieljährigen Amputation der Gäubahn in einem Stuttgarter Vorort mit dem damit verbundenen Abhängen ganzer Landesteile vom attraktiven Bahnverkehr eine weitere Volksabstimmung abgehalten wird. Zur Beteiligung des Landes an Stuttgart 21 liegt seit dem 27.11.2011 eine Mehrheitsmeinung der Bevölkerung vor. Jetzt ist es erforderlich, dass eine solche Mehrheitsmeinung auch in Sachen Amputation der Gäubahn ermittelt wird.

Der Text der neuen Volksabstimmung könnte wie folgt lauten:

"Das Land Baden-Württemberg setzt sich gegenüber der Bahn und der Landeshauptstadt Stuttgart dafür ein, dass die vom Land bestellten Regionalzüge der Gäubahn so lange über die Stuttgarter Panoramastrecke direkt in den Stuttgarter Hauptbahnhof geführt werden, bis ein mindestens gleichwertiger Ersatz zur Verfügung steht. Hierzu gehört auch - sofern erforderlich - der Einsatz juristischer Mittel.

Der Stuttgarter Hauptbahnhof ist der größte Bahnknoten in Baden-Württemberg. Er bietet Anschlüsse an den Fernverkehr, den Regionalverkehr, die S-Bahn, die Stuttgarter Stadtbahn und die Linienbusse. Die Stuttgarter Innenstadt ist zudem über den Hauptbahnhof fußläufig erreichbar. Eine Abbindung der Gäubahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof konterkariert insofern die Bemühungen zur Attraktivitätssteigerung des Schienenverkehrs.

Bis zu mehrwöchige Sperrungen der Gäubahn wegen Instandhaltungsarbeiten sind weiterhin möglich."

"ja" oder "nein". 

Die neue Volksabstimmung müsste im Herbst 2025 stattfinden. 

 

Sonntag, 16. März 2025

Bahnausbau in der Schweiz ab 2025: Der Wind hat sich gedreht

Der für den Verkehr zuständige Bundesrat (= Minister) Albert Rösti (SVP) hat im Januar 2025 fast alle großen Bahnausbauprojekte der Schweiz in eine Warteschleife geschickt und damit zunächst mal gestoppt.

An die ETH Zürich (Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) erging der Auftrag, alle Bahnprojekte neu zu bewerten und eine neue Reihenfolge der Umsetzung zu entwickeln.

Betroffen sind auch zahlreiche Bahn-Mega-Projekte, z.B.:
  • Viertes Gleis beim unterirdischen S-Bahnhof Zürich-Stadelhofen
  • Neue Doppelspur Zürich - Winterthur mit dem Brüttener Tunnel
  • Neue Doppelspur Zürich - Luzern mit dem Zimmerberg-Basistunnel II
  • Neue Doppelspur Zürich - Aarau mit einem über 20 Kilometer langen Tunnel
  • Neukonfiguration des Knotens Luzern mit der neuen Durchmesserlinie
  • Neukonfiguration des Knotens Basel mit der neuen Durchmesserlinie
 
Nur bereits vom Bundesamt für Verkehr genehmigte Projekte dürfen noch in den Bau gehen. Dazu gehört das Megaprojekt des Doppelspurausbaus eines weiteren Drittels des Lötschberg-Basistunnels.
 
Was passierte im Vorfeld dieser "bahnbrechenden" politischen Entscheidung?
  • Im November 2024 wurde der Ausbau von sechs Autobahn-Abschnitten bei einer Volksabstimmmung abgelehnt.
  • Es stellte sich im November 2024 auch heraus, dass die im Ausbauschritt 2035 geplanten Bahnausbauten wesentlich teurer als geplant werden (von 14 auf 30 Milliarden Franken).
  • Durch den Verzicht auf Züge mit Neigetechnik sind größere Bahnausbauten bei bestimmten Strecken erforderlich als bisher geplant.
Das alles zusammen hat Bundesrat Rösti nun veranlasst, den weiteren Bahnausbau in der Schweiz auf den Prüfstand zu stellen.
 
Wir verzichten auf eine Bewertung
Eine Bewertung dieser Politik soll hier in diesem Blog nicht erfolgen. Ebenso wenig wollen wir hier darüber diskutieren, ob und ggf. welche Schlussfolgerungen für den Bahnausbau in Deutschland aus diesen Ereignissen in der Schweiz gezogen werden können.     

Freitag, 20. Dezember 2024

Muss die Landeshauptstadt Stuttgart das Projekt "Stuttgart 21-Rosenstein" aufgeben?

Wegen der sich wahrscheinlich zuspitzenden Finanzlage ab 2026 muss die Landeshauptstadt Stuttgart möglicherweise auf das Projekt Stuttgart 21-Rosenstein verzichten. 

In einem Bericht des SWR vom 09.07.2024 auf der Website des SWR wird der Stuttgarter Finanzbürgermeister Fuhrmann dahingehend zitiert, dass zukünftig die bestehende Infrastruktur oder der Ersatz vorhandener Infrastruktur Vorrang haben müsse. Es sollen keine zusätzlichen Projekte angefangen werden.

Bei der bestehenden Infrastruktur bzw. dem Ersatz vorhandener Infrastruktur denkt man sofort an die vielen maroden Brücken in der Landeshauptstadt, die alle früher oder später grundsaniert oder ersetzt werden müssen. Auch der große Bereich der Schulen ist hier zu nennen. Viele Schulen leiden unter Investitionsstau. Deren Instandsetzung bzw. Ersatz verursacht einen riesigen Ausgabeposten. Dann darf man selbstverständlich die öffentlichkeitswirksamen Vorhaben nicht vergessen wie z.B. die Sanierung bzw. der Neubau der Oper. Auch hier ist Stuttgart mit einem riesigen Posten dabei.

Alleine diese und andere Vorhaben reisen bereits ein Loch in die Stadtkasse, das bei der Aufsichtsbehörde, dem Regierungspräsidium Stuttgart, die Alarmglocken klingeln lässt. Das für die Stadt milliardenschwere Projekt Stuttgart 21-Rosenstein ist hier noch gar nicht berücksichtigt. Allerdings muss man anmerken, dass mehr oder weniger alle Kommunen im Land BW von den Finanzschwierigkeiten betroffen sind bzw. betroffen sein werden. Die Problematik wird nicht allein durch die falsche Politik der Landeshauptstadt Stuttgart verursacht, sondern auch durch übergeordnete Sachverhalte wie die Wirtschaftskrise und die Kostenübertragungen an die Kommunen, die als Folge von Landes- und Bundesgesetzen entstehen.

Stuttgart kann Stuttgart 21-Rosenstein möglicherweise nicht mehr stemmen
Es ist deshalb durchaus realistisch, wenn man demnächst zum Schluss kommt, dass die Stadt das Projekt Stuttgart 21-Rosenstein nicht mehr stemmen kann. Damit aber änderte sich schlagartig die Gemengelage um den Bahnknoten Stuttgart. Denn die Landeshauptstadt Stuttgart hat mehrfach betont, dass ihr Engagemennt für Stuttgart 21 sich vor allem auf die Bebauung Stuttgart 21-Rosenstein gründet. Fällt dieser Punkt weg, gäbe es für die Landeshauptstadt Stuttgart keinen Grund mehr, sich gegen den wenigstens teilweisen Erhalt des Kopfbahnhofs und gegen die oberirdische Einführung der Gäubahn in den Kopfbahnhof zu wenden. Dann also würden die Karten neu gemischt. 

Die nächsten Monate mit den Beratungen zum nächsten Doppelhaushalt 2026/27 der Landeshauptstadt Stuttgart werden also spannend.             

Samstag, 22. Juni 2024

Stuttgart 21 ist einziger Tagesordnungspunkt der 78. Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags

Am Mittwoch, den 26. Juni 2024 findet von 7:30 bis 9:30 die 78. Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags statt.

Der einzige Tagesordnungspunkt ist Stuttgart 21. Die Sitzung ist nicht öffentlich.

Konkret geht es um: "Bericht des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr auf Antrag der Fraktion der CDU/CSU, Aufklärung der erneuten Verzögerung der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und Klarstellung der Verantwortlichkeiten sowie des Finanzplans". 

Die 79. Sitzung des Verkehrsausschusses schließt sich unmittelbar an (ab 9:30).

Sofern nach der 78. Sitzung auf der Website des Verkehrsausschusses Informationen (z.B. Protokolle) zur 78. Sitzung veröffentlicht werden, werden wir hier in diesem Blog darüber berichten. 

Mittwoch, 20. September 2023

Gäubahn-Dramatik bei Stuttgart 21: Wer trägt die Verantwortung?

Trotz der Investition von wahrscheinlich über 11 Milliarden Euro in das Projekt Stuttgart 21 und über zehnjähriger Bauzeit mit massiven Einschränkungen für die Fahrgäste kann die Gäubahn ab einer ersten Teilinbetriebnahme des Projekts nicht mehr wie gewohnt verkehren und muss betriebliche Erschwernisse bis zur streckenweisen Stilllegung in Kauf nehmen.

Wer trägt die Verantwortung für dieses Desaster?

Ist es das Verkehrsministerium Baden-Württemberg?
Es fällt auf, dass zur Thematik und Problematik der Gäubahn vom Landesverkehrsministerium wenig bis gar nichts kommt. In der Öffentlichkeit präsent ist vor allem eine sogenannte Interessengemeinschaft Gäubahn. Auch die Kommunen entlang der Gäubahn sind präsent, indem sie Meinungen verbreiten und Gutachten anfertigen lassen. 
 
Normal wäre, dass das Landesverkehrsministerium die Federführung in Sachen Gäubahn übernimmt und in der Öffentlichkeit auch diesbezüglich wahrgenommen wird. Denn die Gäubahn ist in erster Linie Regionalverkehr, also Verkehr in der Zuständigkeit des Landes. Die heute im Verlauf der Gäubahn verkehrenden Fernzüge werden nur als Folge des Zuschusses des Landes Baden-Württemberg gefahren.
 
Das Land hätte also rechtzeitig, bevor sich das Gäubahndesaster abzeichnete, Maßnahmen ergreifen müssen. Das Land hätte den Ergänzungsbahnhof schon vor Jahren anstoßen müssen. Das Land hätte zusammen mit der Bahn rechtzeitig Vereinbarungen treffen müssen, um die Gleise, Weichen, Zugsicherungsanlagen, Bahnsteige, Bahnhöfe, Brücken und Tunnel für die dauerhafte Einführung der Gäubahn in einen Ergänzungsbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof zu gewährleisten.
 
Auf der Website des Landesverkehrsministeriums wird an prominenter Stelle auf das Ziel einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 hingewiesen. Zumindest für die Gäubahn und deren Umgebung wird dieses Ziel mit großer Wahrscheinlichkeit nicht einmal ansatzweise erreicht werden, wenn die Gäubahn nicht mehr zum Stuttgarter Hauptbahnhof fahren kann. Das Land sollte zugeben, dass die Verkehrsverlagerungsziele grandios gescheitert sind.  
 
Nutzen sich Rücktrittsforderungen mit der Zeit ab?
Mir ist klar, dass sich Rücktrittsforderungen mit der Zeit abnutzen. Insofern kann ich es mir eigentlich sparen, noch einmal den Rücktritt von Landesverkehrsminister Hermann zu fordern. Fällig wäre der Rücktritt allerdings.
 
Hermann hat nicht nur den im Koalitionsvertrag verankerten Ergänzungsbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof wieder falllengelassen. Er hat dadurch auch den Koalitionspartner CDU düpiert. Die CDU hätte den Ergänzungsbahnhof mitgetragen. Die CDU wird sich in Zukunft zweimal überlegen, ob sie mit Hermann noch Vereinbarungen abschließen kann.
 
Und schon nimmt sich die CDU Hermann zum Vorbild und fühlt sich selbst nicht mehr an bestimmte Inhalte des Koalitionsvertrags gebunden. So kommt jetzt Landwirtschaftsminister Haug mit seiner Nationalpark-Phobie wieder an die Öffentlichkeit. Obwohl im Koalitionsvertrag vereinbart, wehrt sich Haug nun gegen die Erweiterung des Nationalparks. Dieser Mann hat augenscheinlich nie seinen Frieden mit dem Nationalpark oder dem Thema Wildnis geschlossen. Jetzt scheint es für Haug günstig zu sein, das Thema in seinem Sinne wiederaufzunehmen.
 
Ich hätte noch einen Tip für die CDU, obwohl die CDU bestimmt nicht auf meine Tips wartet. Die CDU sollte vor den Wahlen eine Koalition mit den GRÜNEN explizit ausschließen. Dadurch könnte die CDU fünf bis zehn Prozentpunkte mehr Stimmen erhalten. Viele Menschen wählen ja heutzutage deshalb nicht mehr die CDU, weil sie fürchten, dass im Falle einer Koalition mit den GRÜNEN die Programmpunkte der CDU wieder verwässert werden.
 
Ist die Bahn verantwortlich für das Gäubahndesaster?
Das hängt davon ab, welche Rolle die Bahn aus ihrer eigenen Sicht spielen will. Ist die Bahn in erster Linie ein Projektentwickler, der seinen Erfolg an der Zahl der durchgeschleusten Milliarden misst? Oder ist die Bahn doch eher ein Verkehrsdienstleister, dessen Aufgabe es ist, einen möglichst attraktiven Bahnverkehr für möglichst viele Fahrgäste zu betreiben?
 
Träfe das Letztere zu, hätte auch die Bahn - wie das Land BW - frühzeitig eine dauerhafte Führung der Gäubahn in den Stuttgarter Hauptbahnhof planen und abstimmen müssen. Sofern dies nicht erfolgt ist, wären auch bei der Bahn - wie beim Land BW - personelle Konsequenzen angebracht. 
 
Trägt die Bevölkerung entlang der Gäubahn die Verantwortung?
Es geht hier um die Landkreise Konstanz, Tuttlingen, Rottweil und Freudenstadt. Das sind ländlich strukturierte Gebiete. Viele Menschen dort fahren nicht mit der Bahn. Bei der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 gab es in allen vier Landkreisen eine Mehrheit für ein Nein, also gegen einen Ausstieg des Landes BW aus dem Projekt. Das ist absolut zu respektieren. Es darf keine Wählerschelte geben.
 
Interessanter ist aber, dass die Nichtwähler die eigentliche Mehrheit bildeten. Es war der Mehrheit der Wahlberechtigten also egal, ob das Land seine Beteiligung an Stuttgart 21 stopppt und ca.  eine Milliarde Euro spart. Nun muss man allerdings sehen, dass z.B. der Landeshaushalt von BW in den Jahren 2023/24 ein Volumen von 124 Milliarden Euro aufweist. Da relativiert sich die eine Milliarde für Stuttgart 21. Und es kann nicht zu jeder Milliarde im Landeshaushalt eine Volksabstimmung stattfinden.
 
Verantwortlich ist also nicht die Bevölkerung entlang der Gäubahn, sondern die Politik, die ein strittiges Sachthema der Bevölkerung vor die Haustür gekippt hat. Schlechte Politik - damals zur Zeit der Volksabstimmung und auch heute in Zeiten des Gäubahn-Desasters.              

Freitag, 15. September 2023

Haben die "Badenfrage" und Stuttgart 21-Rosenstein etwas miteinander zu tun?

Die "Badenfrage" könnte - zusammen mit zahlreichen anderen Umständen - dazu führen, dass das Konversionsprojekt Stuttgart 21-Rosenstein nicht oder nur eingeschränkt umgesetzt werden kann.

Das sehen wir uns heute hier in diesem Blog näher an.

Zunächst mal: Was versteht man unter der Badenfrage? Die Deutsche Digitale Bibliothek definiert die Badenfrage wie folgt: "Baden-Württembergische Eifersüchteleien. Die Badener fühlen sich benachteiligt und fürchten, daß die regionalen Entwicklungschancen durch das Stuttgarter Übergewicht behindert werden". 

Nach Ansicht von Ministerpräsident Kretschmann gibt es die Badenfrage heute nicht mehr. Vor einigen Monaten äußerte er sich sinngemäß so, dass es keine Württemberger und Württembergerinnen bzw. Badener und Badenerinnen, sondern nur Baden-Württemberger und Baden-Württembergerinnen gibt.

Mittwoch, 2. August 2023

IRE Stuttgart - Aalen fällt bis 10. September 2023 aus - Ist das die Stuttgart 21-Zukunft?

Monatelang war die Bahnstrecke Stuttgart -  Waiblingen gesperrt.  Der IRE 1 von Stuttgart nach Aalen konnte somit nicht fahren.

Nach der Wiederinbetriebnahme der Strecke seit dem vergangenen Wochenende kann der IRE 1 weiterhin nicht fahren. In einer Pressemitteilung vom 27.07.2023 teilt der zuständige Betreiber Go-Ahead mit, dass wegen der starken Nachfrage nach Bahnverkehrsleistungen im Abschnitt Karlsruhe - Stuttgart dort zusätzliche Fahrzeuge und zusätzliches Fahrpersonal benötigt werden. Diese Resourcen werden vom IRE 1 zwischen Aalen und Stuttgart abgezogen, so dass hier der IRE 1 nicht verkehrt.

Go Ahead ist in der Pressemitteilung der Auffassung, dass der Remsbahn-Streckenabschnitt Stuttgart - Aalen werktags durch den MEX13 von Go-Ahead im Halbstundentakt sowie durch den IC von DB Fernverkehr im Zwei-Stunden-Takt weiterhin gut abgedeckt ist. 

Ist die Remsbahn Stuttgart - Aalen gut abgedeckt?
Das ist dann doch ein wenig merkwürdig. Wenn Go-Ahead der Auffassung ist, dass die Strecke Stuttgart - Aalen durch den halbstündlichen MEX und durch den zweistündlichen IC gut abgedeckt ist, warum stellt man dann den IRE1 nicht vollständig ein?
 
Wieso wird zudem der IC als Ersatz für den weggefallenen IRE dargestlllt, wenn fast alle Fahrgäste Fahrausweise nur für den Nahverkehr haben?
 
Die Dreiheit der Stilllegungen
Bahnstrecken bzw. der Bahnbetrieb können heutzutage wegen Bauarbeiten, wegen Personalmangels und wegen Fahrzeugmangels stillgelegt werden. Das ist eine explosive Dreiheit, die eine Rückkehr zum normalen Bahnbetrieb in der Region Stuttgart oder auch anderswo in absehbarer Zeit unmöglich erscheinen lässt.

Was macht das Landesverkehrsministerium?
Wann haben wir endlich ausreichend Fahrzeuge und ausreichend Personal für einen normalen Bahnbetrieb in der Region Stuttgart? Damit sollte sich das Landesverkehrsministerium vor allem beschäftigen und nicht mit irgendwelchen Tangenten-Außenseiter-Bahnverbindungen in der Region Stuttgart. Gerade durch das 49 Euro-Ticket hat der Fahrgastandrang auf verschiedenen (nicht allen) Linien enorm zugenommen. Dazu zählt auch der RE Stuttgart - Ulm - Friedrichshafen, der unbegreiflicherweise oft nur mit drei oder vier anstatt mit fünf Wagen verkehrt.
 
Das Landesverkehrsministerium sollte auch eine übersichtliche Tabelle bzw. Grafik veröffentlicht, die tagesaktuell ist und in der alle Abweichungen vom Normalzustand beim Bahnnetz und beim Bahnbetrieb in BW dargestellt werden.
     

Donnerstag, 27. Juli 2023

Konversionsmaßnahme "Vogelsang" in Stuttgart-West zeigt die Fragwürdigkeit der Zeitangaben bei Stuttgart 21-Rosenstein

Im Frühsommer 2023 wurde die Neubebauung des Areals am Vogelsang im Stadtbezirk Stuttgart-West fertiggestellt.

Auf dem Gelände befand sich früher ein Betriebshof für die Straßenbahn, der im Jahr 1989 stillgelegt wurde. Damit beanspruchte diese Konversionsmaßnahme 34 Jahre Zeit von der Freiwerdung des Gebiets bis zur Vollendung der Bebauung - und das bei einem Grundstück mit den Maßen von nur 200 mal 65 Meter!

Diese Zahlen sind ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es in der Landeshauptstadt Suttgart nicht möglich ist, Grundstücke im Rahmen einer Konversionsmaßnahme zügig zu bebauen. Im Gegenteil: Die Bebauung benötigt jeweils viele Jahrzehnte.

Jahrzehnte am Vogelsang sind keine Ausnahme
Dabei ist das Areal am Vogelsang keine Ausnahme, sondern die Regel für Konversionsprojekte in Stuttgart. Man könnte zum Beispiel auch das Europaviertel beim Stuttgarter Hauptbahnhof nennen, das gerne zu Stuttgart 21 hinzugezählt wird, aber mit Stuttgart 21 eigentlich nichts zu tun hat. Bei diesem Konversionsprojekt begann die erste Maßnahme (Büroklotz der LBBW) im Jahr 1990. Bis heute ist die Bebauung des Europaviertels immer noch nicht annähernd fertig. Die Maßnahme ist also seit nunmehr 33 Jahren im Bau - ohne Ende. Oder sehen wir noch ganz kurz nach Bad Cannstatt und zum dortigen Konversionsprojekt Güterbahnhof. Das Gelände wurde im Jahr 2000 durch die Stadt erworben. Heute ist noch nicht einmal ein Drittel des Geländes bebaut und das nach 23  Jahren.

Man erhält den Eindruck, dass es in Stuttgart entweder keinen Wohnungsmangel gibt oder dass die Stadt (verwenden wir mal diesen abstrakten Begriff) nicht in der Lage ist, genügend Baumaßnahmen in einer vernünftigen Zeitspanne durchzuführen.

Was für das Vogelsang, für das Europaviertel oder für den ehemaligen Güterbahnhof in Bad Cannstatt gilt, wird auch beim Stuttgart 21-Rosensteinviertel so ablaufen. Es wird viele Jahrzehnte brauchen, bis auch nur ein Teil des Gebiets bebaut sein wird.

Landeshauptstadt Stuttgart hat kein Argument gegen Gäubahn
Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass sich die Landeshauptstadt Stuttgart mit Händen und Füßen gegen einen Weiterbetrieb der Gäubahn auf der oberirdischen Panoramastrecke zum Stuttgarter Hauptbahnhof sowie gegen einen Weiterbetrieb eines Teils des Kopfbahnhofs wehrt. Das wird langsam lächerlich und blamabel. Hier ist jetzt der Zeitpunkt erreicht, wo die dritte Gewalt im Staat, die Judikative, die Bühne betreten muss. Dank der Klage der Deutschen Umwelthilfe wird es so dann auch kommen.  

Blickfang der Konversionsmaßnahme "Vogelsang" in Stuttgart-West ist dieses siebenstöckige Gebäude mit Rundungen.


      

Samstag, 8. Juli 2023

Nach Stuttgart 21-Ergänzungsbahnhof-Affront: Landesverkehrsminister Hermann sollte zurücktreten

Landesverkehrsminister Hermann (Grüne) hat einen Ergänzungsbahnhof zum Stuttgart 21-Tiefbahnhof im Koalitionsvertrag der laufenden Legislatur in Baden-Württemberg festgezurrt und die Zustimmung der mitregierenden CDU erreicht.

Nach nicht einmal der Hälfte der Legislaturperiode hat Hermann den Ergänzungsbahnhof wieder abgesagt und statt dessen das genaue Gegenteil, nämlich tangentiale Bahnlinien beim Bahnknoten Stuttgart, angekündigt.

Dieser Vorgang wird wohl als größter Affront der laufenden Legislatur in die Geschichte eingehen. Und dieser Vorgang erfordert es zudem, dass Landesverkehrsminister Hermann jetzt seinen Rücktritt erklärt.

Warum braucht es beim Bahnknoten Stuttgart einen Ergänzungsbahnhof?

Der Deutschlandtakt
Der Deutschlandtakt erfordert beim Bahnknoten Stuttgart wesentlich mehr Gleise als der Stuttgart 21-Tiefbahnhof mit seinen acht Gleisen bieten kann. Nun könnte man erwidern, dass der Bahnknoten Stuttgart dann eben kein Vollknoten im Rahmen des Deutschlandtakts werden kann. Dem muss man aber erwidern, dass als Folge des Baus des Nordzulauftunnels die Kantenzeit für ICE zwischen Mannheim und Stuttgart bei 30 Minuten liegen wird und sich die ICE aus Richtung und Gegenrichtung dann sehr wohl im Stuttgarter Hauptbahnhof begegnen werden. Daraus folgt aber, dass der Stuttgarter Hauptbahnhof zwangsläufig zum Vollknoten werden muss.
 
Die 20 Jahre andauernden Nach-Stuttgart 21-Arbeiten
Nach einer Teileröffnung von Stuttgart 21 wird es weitere ca. 20 Jahre Bauarbeiten geben. Dazu gehört der Bau der P-Option und der Bau des Nordzulauftunnels. Diese Maßnahmen werden die Kapazität auf den Zulaufstrecken von Stuttgart 21 weiter einschränken. Deshalb ist wegen dieser Baumaßnahmen für mindestens 20 Jahre ein ergänzender Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof erforderlich.
 
Die S-Bahn
Die Stuttgarter S-Bahn braucht einen ergänzenden Kopfbahnhof, damit bei Störungen im Verlauf der Stammstrecke die Fahrgäste trotzdem zum Hauptbahnhof kommen. Darüber hinaus erfordern zusätzliche S-Bahn-Angebote, wie z.B. Express-S-Bahnen von/nach Kirchheim/Teck oder Marbach einen ergänzenden Kopfbahnhof.
 
Der Metropolexpress von und nach Calw
Dieser Metropolexpress sollte nicht im Stuttgarter Hauptbahnhof durchgebunden werden, sondern in einem ergänzenden Kopfbahnhof enden. Die Durchbindung von Zügen im Stuttgarter Hauptbahnhof nützt maximal 10 Prozent der Fahrgäste etwas. 90 Prozent der Fahrgäste steigen im Stuttgarter Hauptbahnhof aus, ein oder um. Zudem hat jeder Streckenast des Metropolexpress seine eigenen Anforderungen (z.B. Zuglänge, Taktung). Von daher ist eine Durchbindung kontraproduktiv.
 
Die Gäubahn
Gemäß der aktuellen Planung soll die Gäubahn ab 2025 für viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte den Stuttgarter Hauptbahnhof nicht mehr anfahren. Das ist europaweit einmalig. Der Ruf Stuttgarts als europäischer Außenseiter wäre damit weiter gefestigt.
 
Die Gäubahn braucht ebenfalls den Ergänzungsbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof.
 
Der Pfaffensteigtunnel wird wohl kaum gebaut werden. Das liegt an den fehlenden Mitteln sowie an den Engpässen beim Personal sowie an der Unwichtigkeit im deutschlandweiten Vergleich. Zudem braucht die Gäubahn einen eigenen Zulauf zum Stuttgarter Hauptbahnhof, den sie sich nicht mit den anderen Zügen im Fildertunnel teilen muss.
 
Es gibt hier auch einen massiven Widerspruch. Einerseits erachtet man die Gäubahn als so unwichtig, dass sie jahrzehntelang den Stuttgarter Hauptbahnhof nicht mehr anfahren soll. Andererseits erachtet man die Gäubahn als so wichtig, dass man ihr den längsten Bahntunnel Deutschlands spendieren will. 
 
Die Tangentiallinien
In Deutschland und in Europa findet man keinen Bahnknoten, bei dem wie jetzt für Stuttgart angedacht, nennenswert Tangentiallinien verkehren. Tangentiallinien sind Linien, die weder die Innenstadt, noch den Hauptbahnhof anfahren. Stuttgart würde als einmal mehr zum Außenseiter.
 
Tangentiallinien haben nur einen Bruchtal der Fahrgäste im Vergleich zu den Radiallinien. Deshalb können Tangentiallinien nur in einem größeren Takt als Radiallinien verkehren. Damit aber werden Tangentiallinien unattraktiv. Die Kunst der Bahnverkehrsplanung besteht darin, dass Fahrgäste, die tangentiale Fahrten nachfragen, mit den Radiallinien genauso gut bedient werden.
 
Wie geht es weiter?
Landesverkehrsminister Hermann sollte, um weiteren Schaden abzuwenden, zurücktreten. Wie aber geht es dann weiter? Mir fällt gerade unter den Landes-Grünen niemand ein, der das Potenzial zu einem guten Landesverkehrsminister hätte. Vielleicht sollte man in anderen Bundesländern suchen oder einen parteilosen Fachmann anfragen.             

Mittwoch, 21. Juni 2023

Haben die Mega-Streckensperrungen bei Stuttgart 21 Auswirkungen auf den B 14-Ausbau bei Backnang?

Der B 14-Ausbau bei Backnang hat im Jahr 2023 wieder Fahrt aufgenommen.

Bestandteil des B 14-Ausbaus bei Backnang ist auch der Neubau zweier Bahnbrücken. Für den Neubau dieser Brücken ist eine Streckenunterbrechung im Verlauf der Bahnstrecken Stuttgart-Backnang und Ludwigsburg-Backnang erforderlich.

Die Bahn hat jetzt einer Streckenunterbrechung erst im Jahr 2027 zugestimmt. Dadurch wird sich das Bauvorhaben weiter verzögern. Augenscheinlich ist es so, dass Baumaßnahmen mit Streckenunterbrechungen bei der Bahn einen immer längeren Planungsvorlauf benötigen. Das kann man achselzucken so zur Kenntnis nehmen.

Auf den zweiten Blick wird man jedoch stutzig. Hat nicht gerade die Bahn bei ihrem eigenen, "eigenwirtschaftlichen" Projekt Stuttgart 21 mit nur wenigen Monaten Vorlauf Mega-Streckensperrungen in der Region Stuttgart mit Busersatzverkehr angekündigt? 

Das Ziel, ohne Gesichtsverlust aus dem Projekt Stuttgart 21 herauszukommen sowie eine erste Teilinbetriebnahme des Projekts Stuttgart 21 partout Ende 2025 zu erreichen, ließ die Bahn hier die zeitlichen Abläufe, die anderweitig bei der Vorbereitung von Streckensperrungen angewendet werden, über den Haufen werfen.

Die Politik agiert ziellos und ratlos
Landesverkehrsminister Hermann hätte dem Streckensperrungs-Spuk ein Ende bereiten können. Er hat es aber nicht gemacht. Stuttgarts OB Nopper betonte, dass man dafür sorgen müsse, dass wenigstens im Verlauf der Bus-Umleitungsstrecken keine weiteren Baustellen mit Engpässen stattfinden. Dabei hat er jedoch glatt übersehen, dass seine eigene SSB (Stuttgarter Straßenbahnen AG) just im Verlauf der Busumleitungsstrecken größere Baustellen mit Behinderungen des Straßenverkehrs und des Busersatzverkehrs am Laufen hat (Verlängerung der Hochbahnsteige bei den Haltestellen Uff-Kirchhof und Höhenstraße).

Der SSB kann man in diesem Fall keinen Vorwurf machen. Denn diese SSB-Baustellen wurden mit langem Vorlauf geplant. Einen Vorwurf kann man jedoch OB Nopper machen. Auf die Sprechblasen dieses Herrn kann man auch verzichten. Es gibt auch immer mehr Parallelen zwischen dem Alt-OB Kuhn und OB Nopper. Beide haben es nicht fertiggebracht bzw. bringen es nicht fertig, eine Zukunftsvision für Stuttgart zu entwerfen.

In auffallend vielen Foren und Presseartikeln wird Stuttgart zu den hässlichsten Städten Deutschlands gezählt. Da brennt doch die Hütte! Von OB Nopper hört man hierzu nichts. Damit ist dieser OB - genauso wie sein Vorgänger Kuhn - ein OB des Übergangs. Hoffentlich wird er in der nächsten Legislatur von einem OB abgelöst, der mindestens zwei Legislaturen im Amt sein kann und der Stuttgart wirklich voranbringt.

Das Regierungspräsidium Stuttgart sollte auf einem früheren Streckensperrungstermin bestehen
Die Bahn erlaubt sich, Mega-Streckensperrungen in Folge von Stuttgart 21 mit nur wenigen Monaten Vorlauf anzukündigen. Das sollte für das für den B 14-Ausbau bei Backnang zuständige Regierungspräsidium Stuttgart der Anlass sein, gegenüber der Bahn auf einer wesentlich früheren Streckensperrung für den B 14-Ausbau bei Backnang zu bestehen. Notfalls sollte das Regierungspräsidium vor Gericht gehen.   

   

Donnerstag, 1. Juni 2023

Verkehrs-Hin-und-Her auf Mallorca: Vorbild für Stuttgart 21?

Auf den Balearen, auf Mallorca und in vielen Gemeinden dort steht ein Regierungswechsel ins Haus. Das führt zu einer Fortsetzung des Verkehrs-Hin-und-Her auf Mallorca. Ist dies das Vorbild für die zukünftige Entwicklung von Stuttgart 21?

Am vergangenen Wochenende fanden in vielen spanischen Regionen sowie Kommunen Wahlen statt. Auf der Insel Mallorca wurde die linksgerichtete Regierung abgewählt. Sie wird wohl durch eine Regierung aus Bürgerlichen und Rechten ersetzt. In Spanien finden solche Regierungswechsel überdurchschnittlich oft statt. Da viele Projekte gerade auch im Verkehrssektor länger als eine Legislaturperiode bis zur Fertigstellung benötigen, führt dies zu einem Verkehrs-Hin-und-Her sowie zu einem Wirrwarr.

Die bisherige Regierung von Mallorca hat auf Palmas Ringautobahn (eine der stärkstbelasteten Autobahnen Europas) Tempo 80 eingeführt. Die zukünftige Regierung hat schon angekündigt, das Tempolimit sofort wieder aufzuheben.

Die bisherige Regierung hat ein Touristenmoratorium eingeführt. Die neue Regierung will das sofort wieder aufheben.

Die bisherige Regierung hat eine Kreuzfahrtschiffzahl-Obergrenze im Hafen von Palma eingeführt. Die neue Regierung will davon nichts mehr wissen.

Die bisherige Regierung hat den Bau der Straßenbahn vom Flughafen nach Palma beschlossen. Die neue Regierung will die Planung und den Bau der Straßenbahn sofort stoppen.

Es gibt viele Beispiele aus der Vergangenheit für dieses Wirrwarr, z.B. die Bahnstrecke von Manacor nach Arta auf der Insel Mallorca. Eine frühere linke Regierung beschloss den Bau dieser Bahnstrecke. Eine nachfolgende rechte Regierung stoppte den Bau und wandelte die Bahnstrecke in einen Fahrradkorridor ("Via Verde") um. Eine nachfolgende linke Regierung nahm die Planungen für den Bau der Bahnstrecke wieder auf. Die jetzt kommende rechte Regierung wird den Bau der Bahnstrecke bestimmt wieder stornieren.

Und was ist mit Stuttgart 21?
Man hat den Eindruck, dass solche häufigen und drastischen Regierungswechsel bei Stuttgart 21 gar nicht nötig sind. Es reicht hier schon aus, wenn die Grünen jeweils an der Macht sind. So fand ein Ergänzungsbahnhof zum Stuttgart 21-Tiefbahnhof Eingang in den Koalitionsvertrag der BW-Regierung. Das sind so ziemlich die höchsten Weihen, die ein Projekt erhalten kann. Das Projekt ist wichtig genug, in den Koalitionsvertrag aufgenommen zu werden. Zudem bekennen sich damit gleich zwei Parteien (Grüne und CDU) zu diesem Projekt.
 
Das hält Baden-Württembergs Landesverkehrsminister Hermann nicht davon ab, nur ein bis zwei Jahre nach Beginn der Legislatur das Projekt wieder zu canceln. Er hätte sich davon überzeugen lassen, dass ein anderes Projekt besser sei.
 
Die CDU wäre gut beraten, mit einem solchen Verkehrsminister keine Verträge mehr auszuhandeln. Für Stuttgart 21 verheißt dies nichts Gutes. Es steht eine jahrzehntelange, spanische Hängepartie ins Haus.