Mittwoch, 8. Juli 2026

Stuttgart 21-Verzögerung: Riesen-Chance für Gäubahn-MEX 14 mit Zwischenhalt in S-Vaihingen

Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 verzögert sich weiter. Vor Ende 2031 wird kein Zug durch den Stuttgart 21-Tiefbahnhof fahren., 

Das ist eine Riesen-Chance für die baldige Einführung einer Metropolexpresslinie (MEX) 14 von Horb nach Stuttgart Hauptbahnhof (oben) mit Zwischenhalt in Stuttgart-Vaihingen.

Auf der Basis einer Stuttgart 21-Teilinbetriebnahme Ende 2026 war ja bisher geplant, dass der Großteil der Züge der Gäubahn gar nicht mehr zum Stuttgarter Hauptbahnhof fährt und in Stuttgart-Vaihingen endet. Als kleine Kompensation für diese Erschwernisse war geplant, dass eine Line der Stuttgarter S-Bahn stündlich nach Horb verlängert wird.

Das wir jetzt nicht mehr notwendig sein.

Gott sei Dank möchte man sagen. Denn diese Planung ist Murks. Die S-Bahn hat eine andere Bahnsteighöhe als die Regionalzüge. Die S-Bahn hat eine andere Türanordnung als die Regionalzüge. Die S-Bahn hat kein WC, die Regionalzüge dagegen schon.

Eine Verlängerung der S-Bahn bis Horb wäre also ein ganz schönes Durcheinander geworden, das jetzt jedoch überflüssig wird.

Der MEX 14 hält wie folgt:

Horb
Eutingen im Gäu
Ergenzingen
Bondorf
Gäufelden
Herrenberg
Böblingen
Stuttgart-Vaihingen
Stuttgart Hauptbahnhof (oben)
 
Das Land BW hat ja vor einigen Jahren den Bahnhof Stuttgart-Vaihingen für die Aufnahme von Regionalzügen ausbauen lassen. Bisher sah es so aus, als ob dieser Ausbau nur im Hinblick auf das Enden der Regional- und Fernzüge in S-Vaihingen erfolgt ist.
 
Das sieht jetzt aber immer mehr anders aus. Als Folge der massiven Terminverschiebungen bei Stuttgart 21 kann der Bahnhof S-Vaihingen jetzt ein ganz normaler Bahnhof für den MEX 14 auf seinem Weg von Horb nach Stuttgart-Hauptbahnhof (oben) werden. 
 
Die Führung des MEX 14 über S-Vaihingen hat aus heutiger Sicht eine Perspektive von mindestens fünf Jahren. Es muss aber alles darangesetzt werden, dass diese Betriebs-Konfiguration eine dauerhafte Perspektive erhält.      

Freitag, 26. Juni 2026

Lenkungskreissitzung zu S 21 vom 26.06.2026 enttäuschend - Deutschlandtakt nicht berücksichtigt

Die Lenkungskreissitzung zu Stuttgart 21 von heute ist absolut enttäuschend. Das lässt aus der anschließenden Presekonferenz folgern. 

Im Prinzip wird nur das bestehende Projekt mit immer größeren Verzögerungen und immer höheren Kosten weiterbetrieben. Auf die Idee, das Projekt zumindest in Teilen abzuändern, scheint niemand zu kommen.

Nehmen wir als Beispiel mal den Deutschlandtakt.

Als Stuttgart 21 im Jahr 1994 überfallartig vorgestellt wurde, war von einem Integralen Taktfahrplan oder Deutschlandtakt für die Bahn in Deutschland noch keine Rede. Erst ab dem Jahr 2008 - und damit viel später als die Geburt von Stuttgart 21 - wurde die Idee des Integralen Taktfahrplans alias Deutschlandtakt in Deutschland ernsthaft weiterverfolgt.

In der Schweiz wurde der Integrale Taktfahrplan bereits im Jahr 1985 "erfunden". Seitdem werden dort die Knotenpunktsbahnhöfe und die Strecken zwischen den Knotenpunktsbahnhöfen gemäß den Vorgaben des Integralen Taktfahrplans ausgebaut.

Der Integrale Taktfahrplan alias Deutschlandtakt hätte für das Projekt Stuttgart 21 eine goldene Brücke geboten, um gesichtswahrend Änderungen an dem Projekt vornehmen zu können. Das ist aber nicht erfolgt, jedenfalls bisher nicht.

Kombibahnhof ist für Stuttgart unabdingbar
Für die Umsetzung des Deutschlandtakts im Bahnknoten Stuttgart ist ein Kombibahnhof mit viergleisigem Durchgangsbahnhof und 16gleisigem Kopfbahnhof unabdingbar. Dazu muss es weitere Zu-/Ablaufgleise von Zuffenhausen, Bad Cannstatt und S-Vaihingen zum Kopfbahnhof geben.

       

Donnerstag, 11. Juni 2026

Stuttgart 21: ICE-Strecke S-Hauptbahnhof - Wendlingen muss so schnell wie möglich in Betrieb gehen

Vor der aktuellen Diskussion über die Kabelprobleme, über die weiteren Kostensteigerungen, über die weiteren Verschiebungen des Inbetriebnahmetermins und über die Sinnhaftigkeit von Stuttgart 21 darf nicht vergessen werden, dass Teile von Stuttgart 21 auf jeden Fall und schnellstmöglich in Betrieb genommen werden müssen. 

Dazu gehören der Fildertunnel und die Schnellfahrstrecke Hauptbahnhof - Wendlingen.

Die Inbetriebnahme dieses Abschnitts ist erforderlich, um die vollkommen überlasteten Streckenabschnitte Bad Cannstatt - Plochingen und Plochingen - Wendlingen zu entlasten.

Die Überlastung dieser Abschnitte führt heute dazu, dass:
  • Im Filstal kein reiner Halbstundentakt mit MEX gefahren werden kann
  • Zwischen Bad Cannstatt und Plochingen Mischverkehr S-Bahn / MEX besteht
  • Die Tübinger Züge zwischen Bad Cannstatt und Plochingen mal auf die Gleise der S-Bahn, mal auf die Fernverkehrsgleise geleitet werden
  • Regionalzüge auf verspätete Fernzüge warten müssen.
  • Regionalzüge von Fernzügen überholt werden mit mindestens 6 Minuten Wartezeit für die Regionalzüge.
  • Beim Bahnhof Plochingen höhengleiche Gleiskreuzungen bestehen. 
  • Der ICE-Halbstundentakt Mannheim - München sowie drei ICE-Züge pro Stunde und Richtung zur Zeit nicht gefahren werden können. 
 
Die Herausnahme der ICE Mannheim - Stuttgart - München aus der Strecke Bad Cannstatt - Plochingen - Wendlingen auf die Schnellfahrstrecke Hauptbahnhof - Wendlingen wird sofort zu einer Entlastung und Verbesserung der Betriebsverhältnisse im Verlauf der Strecke Bad Cannstatt - Plochingen führen.
 
Voraussetzung ist hierfür auch die Inbetriebnahme des Feuerbacher Tunnels sowie von vier Gleisen im Stuttgart 21-Tiefbahnhof.
 
Wenn hier erst mal nur die ICE fahren, dürfte diese Sache auch signaltechnisch kein Problem sein. Denn die ICE fahren ja im Verlauf der NBS Wendlingen - Ulm auch bereits mit einem modernen Signalsystem.
 
Der Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof mit seinen drei Zu-/Ablaufstrecken bleibt auf unabsehbare Zeit in Betrieb.      
  

Montag, 8. Juni 2026

Fehler von Stuttgart 21 rächen sich jetzt: Inbetriebnahme bis 2031 verschoben

Nach Meldungen mehrerer Medien soll die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 bis ca. 2031 verschoben werden. 

Damit beginnen sich jetzt die Fehler von Stuttgart 21 zu rächen.

Einer dieser Fehler besteht darin, dass die Neukonzeption des Bahnknotens Stuttgart von einer neuen Signaltechnik (Digitaler Knoten Stuttgart) abhängig gemacht wurde. So etwas ist auch anderswo bereits gescheitert, z.B. bei der Elisabeth-Line (Crossrail) in London.

Deshalb ergeht jetzt der dringende Apell an die Verantwortlichen, die neue Signaltechnik zu stornieren und statt dessen einen ergänzenden Kopfbahnhof zu planen.

Alle drei Zuläufe zum Stuttgarter Hauptbahnhof benötigen als Ergänzung einen Kopfbahnhof.

1. Nordzulauf
Die nur zwei Gleise für den Regional- und Fernverkehr im Nordzulauf benötigen eine Ergänzung um zwei Gleise, die in den Kopfbahnhof geführt werden.

2. Zulauf Bad Cannstatt
Stuttgart 21 verschlechtert die Verbindungen von Bad Cannstatt ins Filstal und Richtung Tübingen. Ein ergänzender Kopfbahnhof kann diese Defizite heilen.
 
3. Zulauf Gäubahn
Der Pfaffensteigtunnel ist im Hinblick auf die Kapazität und die Betriebsstabilität ein Rückschritt gegenüber dem heutigen Zustand. Die Panoramstrecke der Gäubahn muss deshalb einschließlich eines ergänzenden Kopfbahnhofs erhalten bleiben.       

 

Dienstag, 19. Mai 2026

Vernünftig: Umbau Bahnhofsvorplatz in Stuttgart soll vom Projekt Stuttgart 21 entkoppelt werden

Gemäß einer Zeitungsmeldung vom 12.05.2026 soll der Umbau des Arnulf-Klett-Platzes (Bahnhofsvorplatz) in Stuttgart vom Projekt Stuttgart 21 entkoppelt werden.

Das ist eine vernünftige Entscheidung der Stadtverwaltung und wird in diesem Blog seit jeher so gefordert. Jetzt scheint in Sachen Stuttgart 21 auch der Landeshauptstadt Stuttgart der Geduldsfaden zu reißen.

Der Arnulf-Klett-Platz soll verkehrsberuhigt werden. Hierzu ist allerdings die Verlegung eines Teils des Cityrings vom Arnulf-Klett-Platz in die Wolframstraße erforderlich. In der Wolframstraße gibt es aber ein paar Probleme. Sie sind jedoch nicht unlösbar.

Mittwoch, 6. Mai 2026

Koalitionsvertrag BW 2026 zum Bahnknoten Stuttgart und zur Gäubahn: Eine Katastrophe

Der seit heute der Öffentlichkeit zugängliche Koalitionsvertrag Baden-Württemberg 2026 ist in Sachen Bahnknoten Stuttgart eine einzige Enttäuschung. 

"Der Pfaffensteigtunnel sorgt künftig für eine starke Direktanbindung der Gäubahn an die Landeshauptstadt und den Flughafen Stuttgart". 

Der Pfaffensteigtunnel muss sich beim Flughafen in die Strecke von Wendlingen einfädeln und die noch verfügbaren Slots nutzen. Das ist gegenüber heute eine gravierende Verschlechterung.

"Auch bis zu seiner Realisierung muss eine attraktive Anbindung der Landeshauptstadt durch die Gäubahn sichergestellt werden."

Das heißt noch lange nicht, dass die Züge der Gäubahn bis zum Hauptbahnhhof durchfahren. S-Vaihingen gehört auch zur Landeshauptstadt Stuttgart.

"Eine Unterbrechung der Direktanbindung Singen/Zürich vor Inbetriebnahme von Stuttgart 21
darf es nicht geben".

Der Pfaffensteigtunnel ist nicht Stuttgart 21. Die Unterbrechung kann also vor der Inbetriebnahme des Pfaffensteigtunnels erfolgen.

"Die Maßnahmen zur Beschleunigung der Gäubahn müssen mit Hochdruck vorangetrieben werden".

Das Land BW ist dafür nicht zuständig. Fordern kostet nichts.

"Mit der Realisierung einer neuen S-Bahn-Linie wird der Erhalt der Panoramabahn in einem
ersten Schritt gesichert. Darüber hinaus setzt sich das Land für den schrittweisen Ausbau des Nahverkehrs-Dreiecks ein."

Der Einstieg in die Tangentiallinien und damit die weitere Schwächung des Bahnknotens Stuttgart feiert fröhliche Urstände.

Danke an die Grünen und die CDU für dieses Programm! Gott sei dank dauert eine Legislatur nur fünf Jahre.      

    

Sonntag, 3. Mai 2026

Kontroverse um "Fernwanderwege" beim Stuttgarter Hauptbahnhof

Seit Jahren ist der Stuttgarter Hauptbahnhof (Kopfbahnhof) von der S-Bahn, der Stadtbahn und von der Stuttgarter Innenstadt nur über viele hunderte Meter lange Fußwege (Volksmund: Fernwanderwege) zu erreichen. 

Und jahrelang schien das der Politik egal zu sein. Jetzt scheinen Teile der Politik plötzlich aufgewacht zu sein. Die Grünen im Regionalparlament präsentierten einen - wenngleich weniger geeigneten - Vorschlag zur Verkürzung der Zugangswege. Jetzt hat auch Stuttgarts OB Nopper (CDU) einen relativ guten Vorschlag präsentiert.

Die Erreichbarkeit Stuttgarts ist gemindert
Während der großen Demonstrationen gegen das Projekt Stuttgart 21 äußerten Teile der Politik und auch des Einzelhandels Sorge, ob die Stuttgarter Innenstadt überhaupt noch erreichbar sei. Die Fernwanderwege bewirken - davon bin ich überzeugt - eine noch viel größere Einschränkung der Erreichbarkeit der Stuttgarter Innenstadt. Ich bin überzeugt davon, dass viele Menschen als Folge der Fernwanderwege gar nicht mehr nach Stuttgart, sondern anderswohin fahren. Ist das der Politik und dem Einzelhandel egal?

Donnerstag, 23. April 2026

Sperrung der Panoramastrecke der Gäubahn: Gutes Vorzeichen für dauerhaften Weiterbetrieb?

Gemäß einem Bericht der Zeitung "Stuttgarter Nachrichten" von heute wird die Panoramastrecke der Gäubahn zwischen Stuttgart-Vaihingen und dem Hauptbahnhof ab heute Nacht für die Dauer von vier Wochen gesperrt.

Während dieser Zeit wird die Stuttgarter Panoramastrecke der Gäubahn umfangreich saniert.

Die Gäubahnzüge enden während dieser Zeit fast alle in Stuttgart-Vaihingen. Aus Kapazitätsgründen kann die S1 während dieser Zeit nur im Halbstundentakt fahren.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Sperrungen der Gäubahn immer schlimmer werden. Auf den zweiten Blick ist jedoch ein Hoffnungsschimmer zu sehen.

Nach den ursprünglichen Plänen zu Stuttgart 21 hätte das Projekt bereits 2019 bzw. 2025 vollständig in Betrieb sein müssen. Entsprechd hätte die Panoramastrecke der Gäubahn bereits seit Ende 2019 bzw. Ende 2025 stillgelegt sein müssen.

Das ist bekanntlich so nicht passiert. Deshalb muss man Verständnis dafür aufbringen, dass die Panoramastrecke der Gäubahn jetzt eine umfangreiche Sanierung benötigt. Mehr noch: Die umfangreiche Sanierung der Panoramastrecke der Gäubahn deutet darauf hin, dass diese Strecke noch sehr lange, hoffentlich sogar dauerhaft in Betrieb sein wird.

Übrigens: Vom 12. bis 30.10.2026 wird die Panoramastrecke wegen weiterer Sanierungsarbeiten erneut gesperrt. Das unterstreicht das oben Gesagte weiter.       

Dienstag, 14. April 2026

Gibt es Hinweise aus dem Sondierungspapier in Baden-Württemberg zu Stuttgart 21?

Die Parteien Die Grünen und CDU haben am 14.04.2026 das Sondierungspapier, die Vorstufe für den Koalitionsvertrag, veröffentlicht.

Gibt es im Sondierungspapier Hinweise zu Stuttgart 21?

Direkt nicht, aber vielleicht zwischen den Zeilen?

So steht auf Seite 7 des Sondierungspapiers, dass die Angebote und die Infrastruktur im Schienenpersonennahverkehr weiter ausgebaut werden sollen.

Das heißt dann wohl auch, dass hinter das heute vorhandene Angebot nicht mehr zurückgegangen werden kann. Im Gegenteil muss es einen weiteren Ausbau geben.

Insbesondere sollen gemäß dem Papier die Qualität, die Zuverlässigkeit und die Pünktlichkeit weiter gesteigert werden.

Dafür ist nach meinem Dafürhalten ein ergänzender Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof erforderlich. 

Hoffen wir, dass dies in den kommenden Koalitionsverhandlungen konkretisiert wird und dass an Stelle der unsäglichen Tangentenpläne beim Bahnknoten Stuttgart  tatsächlich ein Kopfbahnhof kommt!      

Dienstag, 31. März 2026

Neue Signale an Zu-/Ablaufstrecke zum Stuttgarter Kopfbahnhof

In diesen Monaten kann man beobachten, wie entlang der Zufahrt von Stuttgart-Bad Cannstatt zum Stuttgarter Kopfbahnhof neue Signale errichtet werden.

Möglicherweise werden auch noch an anderen Bestandsstrecken im Umfeld des Kopfbahnhofs neue Signale gebaut.

Es ist ja schon bemerkenswert:
Ursprünglich sollte die Strecke von Bad Cannstatt zum Kopfbahnhof Ende 2019 stillgelegt werden.
Dann war Ende 2021 im Gespräch.
Darauf Ende 2025
Darauf Ende 2026.
Und jetzt gibt es gar kein Datum mehr.
 
Möglicherweise dienen die neuen Signale einem zumindest vorübergehenden Betrieb eines Kombibahnhofs im Stuttgarter Hauptbahnhof.
 
In Sachen Zugsicherung fehlt mir die Expertise. Vielleicht läuft es wie folgt ab:
Eine erste Teilinbetriebnahme des Stuttgart 21-Tiefbahnhofs erfordert neue Stellwerke.
Diese neuen Stellwerke müssen auch die weiterhin betriebenen Bestandsstrecken übernehmen.
Neue Stellwerke erfordern neue Signale.
 
Hoffen wir, dass der Kombibahnhofbetrieb beim Bahnknoten Stuttgart eine dauerhafte Sache sein wird.
 
Neue Signale (links und ganz rechts) in der Zufahrt Bad Cannstatt des Stuttgarter Kopfbahnhofs, gesehen vom Südwestportal des Rosensteintunnels