Die Residenzbahn ist die Bahnstrecke von Stuttgart nach Karlsruhe über Pforzheim.
Im Verlauf der Residenzbahn fahren drei Regionalverkehrszüge pro Richtung und Zweistundenintervall. Aber das reicht anscheinend nicht für die zusammen mit Stuttgart - Tübingen nachfragestärkste Bahnstrecke im BW-Regionalverkehr.
In den vergangenen Wochen konnte man bei der Residenzbahn regelmäßig Szenen beobachten wie z.B.:
- Die Züge sind ständig verspätet.
- Die Türen der Züge schließen nicht, weil Fahrgäste in den Türen stehen.
- Die Züge sind so voll, dass man beim Stehen keinen Haltegriff mehr erreicht.
- Regelmäßig müssen Fahrgäste auf dem Bahnsteig zurückbleiben.
- Die Fahrgastwechselzeiten werden überlang.
- Anschlüsse werden regelmäßig nicht erreicht.
- Die alle zwei Stunden stattfindende Durchbindung von Karlsruhe über Stuttgart nach Aalen erweist sich als Verspätungsüberträger.
- Die Wendezeiten in Karlsruhe sind teilweise zu kurz.
Ob das Cannstatter Volksfest die Lage noch verschlimmert hat, kann ich nicht ausschließen. Aber eigentlich ist das irrelevant, weil die Lage auch ohne Volksfest katastrophal bleibt.
Vierter Zug über Bruchsal
Im Rahmen des Stuttgart 21-Fahrplans plant das Land BW, einen vierten Zug pro Zweistundenintervall im Verlauf der Residenzbahn fahren zu lassen, aber nicht über Pforzheim, sondern über Bruchsal. Die Trasse über Pforzheim ist durch den zweistündlich verkehrenden IC belegt.
Das ist eine kleine Verbesserung für die Residenzbahn. Aber die Teileröffnung von Stuttgart 21 hat sich gerade auf mindestens 2031 verschoben. Wollen wir in Sachen Residenzbahn nochmal mindestens fünf Jahre warten?
Nein!
Die Verbesserungen für die Residenzbahn müssen jetzt zeitnah kommen!
Spätestens im Dezember 2027 muss der vierte Zug der Residenzbahn über Bruchsal kommen.
Und ebenfalls spätestens im Dezember 2027 muss die unsägliche, verspätungsanfällige und nicht wirklich benötigte Durchbindung der Residenzbahn von Karlsruhe über Stuttgart nach Aalen wieder storniert werden.
In einer weiteren Stufe muss der Viertelstundentakt der Residenzbahn vorbereitet werden. In erster Linie müssen hierzu zahlreiche Überholgleiseabschnitte gebaut werden, damit die Züge der Residenzbahn die Züge der Karlsruher S5 und des Stuttgarter MEX überholen können.
Bei einer vergleichbaren Strecke wird in der Schweiz schon längst der Viertelstundentakt geplant.
Noch ist die A8 Stuttgart - Karlsruhe nicht sechsspurig
Seit einigen Jahren gibt es die Großbaustelle der Autobahn A8 bei Pforzheim. Hier ist der letzte noch nur vierspurige Abschnitt im Verlauf der A8 von Stuttgart nach Karlsruhe. Aber irgendwann wird die Baustelle beendet sein. Dann gibt es im Verlauf der A8 viel zusätzliche Kapazität. Dann wird es, wenn jetzt nicht gehandelt wird, zu einem Aderlass bei der Residenzbahn kommen.