Mittwoch, 28. Januar 2026

Landesverkehrsminister Hermann gibt zu: "Stark auf Stuttgart geblickt, Mannheim nur nebenbei vorgekommen"

Die Tagesschau berichtet in ihrer Website vom 26.01.2026 über den dringenden Ausbaubedarf beim Bahnknoten Mannheim.

Insbesondere ist zwischen Mannheim und Heidelberg eine zusätzliche Doppelspur erforderlich.

In diesem Zusammenhang wird auch Landesverkehrsminister Hermann zitiert wie folgt: "Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) räumte gegenüber dem SWR ein, dass man in den vergangenen Jahren "sehr stark auf Stuttgart geblickt habe und Mannheim nur nebenbei vorgekommen" sei. Dabei sei der Schienenknoten dort mindestens so bedeutend wie der Stuttgarter Knoten."

Samstag, 17. Januar 2026

Tagesschau: "Kein Geld für Ausbau von fünf Bahnstrecken", Wird der unnötige Gäubahn-Pfaffensteigtunnel trotzdem gebaut?

Die Tagesschau hat auf ihrer Website vom 15.01.2026 einen Bericht veröffentlicht, wonach fünf Bahnstrecken in Deutschland vorerst nicht ausgebaut werden können. Der Grund ist das fehlende Geld.

Hier stellt sich unmittelbar die Frage, ob unter diesen Umständen der Gäubahn-Pfaffensteigtunnel gebaut werden darf und kann.

Die folgenden Strecken sind betroffen:
Mitte-Deutschland-Verbindung Weimar - Gößnitz
Sanierung München - Freilassing
viergleisiger Ausbau des Knotens Mannheim
Ausbau des Güterverkehrs in Regensburg
Ausbau Wallauer Spange in Hessen

Sonntag, 11. Januar 2026

Verunmöglicht die P-Option (Wartbergtunnel) von Stuttgart 21 die Kombilösung für den Stuttgarter Hauptbahnhof endgültig?

Die P-Option (= Wartbergtunnel) ist eine Ergänzungsmaßnahme zu Stuttgart 21, sowie ebenfalls eine Ergänzungsmaßnahme zum geplanten Nordzulauftunnel zum Stuttgarter Hauptbahnhof

Die P-Option hat das Zeug, eine Kombilösung für den Stuttgarter Hauptbahnhof, bei der zwei Gleise von Feuerbach und zwei Gleise der Gäubahn in einen Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof eingeführt werden, endgültig zu verunmöglichen.

Die P-Option und der Nordzulauftunnel
Fangen wir mal mit dem geplanten Nordzulauftunnel an. Im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 wurde der Nordzulauftunnel nicht berücksichtigt. Der Nordzulauftunnel soll aus dem Feuerbacher Tunnel von Stuttgart 21 ausgeschleift bzw. dort eingeschleift werden. Um dies herzustellen, muss der Feuerbacher Tunnel von Stuttgart 21 später mal für eine längere Zeitdauer gesperrt werden. Dann muss die P-Option einspringen, denn ohne die P-Option gäbe es dann im Nordzulauf  zum Stuttgarter Hauptbahnhof (ca. 40 Prozent des Regional- und Fernverkehrs im Bahnknoten Stuttgart) dann überhaupt keine Fahrtmöglichkeit mehr.
 
Die P-Option und der Cannstatter Tunnel
Gehen wir jetzt weiter zum Cannstatter Tunnel. Der Cannstatter Tunnel ist der schwächstbefahrene der vier Zu- und Ablauftunnel von Stuttgart 21. Deshalb gab es die Idee, dem Cannstatter Tunnel weiteren Verkehr zuzuführen - über die P-Option, die gleichzeitig mehr Verkehr über den Nordzulauf ermöglichen soll. 
 
Die Aus- bzw. Einschleifung der P-Option aus dem bzw. in den Cannstatter Tunnel wurde beim Bau des Cannstatter Tunnels nur ansatzweise berücksichtiigt. Diese Aus- bzw. Einschleifung ist der Bauabschnitt I der P-Option. Zunächst ging man davon aus, dass nach einer (Teil)Inbetriebnahme von Stuttgart 21 der Cannstatter Tunnel wegen des  Baus der P-Option gar nicht oder nur eingleisig in Betrieb gehen kann. Das hat sich aber durch die Verschiebungen des Inbetriebnahmezeitpunkts von Stuttgart 21 erledigt. Der Bauabschnitt I der P-Option ist wohl jetzt fertiggestellt.
 
Der Bauabschnitt II der P-Option
Der Bauabschnitt II der P-Option umfasst zwei eingleisige Tunnelröhren zwischen dem Bauabschnitt I und den heutigen Fernbahngleisen zwischen dem Brünner Steg (IGA 93) und der Löwentorbrücke. Dieser Bauabschnitt kann, wenn es einen Zugangsstollen gibt, unabhängig von der weiteren Entwicklung bei Stuttgart 21 gebaut werden.
 
Der Bauabschnitt III der P-Option und die Tunnelrampe
Der Bauabschnitt III der P-Option beginnt im Bereich der heutigen Fernbahn- und Regionalzuggleise zwischen dem Brünner Steg und der Löwentorbrücke. Der Bauabschnitt III endet zwischen der Löwentorbrücke und dem Portal des heutigen Pragtunnels für den Fern- und Regionalverkehr. Der Bauabschnitt III umfasst einen kurzen, in offener Bauweise zu bauenden Tunnelabschnitt sowie die Tunnelrampe. 
 
Der Bauabschnitt III der P-Option kann erst gebaut werden, wenn eine (Teil)inbetriebnahme von Stuttgart 21 erfolgt ist. Denn als Voraussetzung für den Bau des Bauabschnitts III der P-Option müssen die Fern- und Regionalzüge von ihren heutigen Gleisen in den Feuerbacher Tunnel von Stuttgart 21 verlegt werden. Erst wenn auf den heutigen Fern- und Regionalzuggleisen im Bereich Löwentorbrücke und Brünner Steg kein Verkehr mehr vorhanden ist, kann dort der Bau des Bauabschnitts III der P-Option starten.
 
P-Option und Kombibahnhof
Die Planung eines Kombibahnhofs für den Stuttgarter Hauptbahnhof, die alle Kapazitätsprobleme des Bahnknotens Stuttgart lösen könnte, sieht als Mindestversion einen ergänzenden Kopfbahnhof vor, in den die beiden Gleise der Gäubahn sowie zwei Gleise des Nordzulaufs münden.
 
Die beiden Gleise des Nordzulaufs in den ergänzenden Kopfbahnhof würden jedoch genau dort verlaufen, wo jetzt die Tunnelrampe der P-Option geplant ist. Damit würde dem ergänzenden Kopfbahnhof der Verkehr abgeschnürt.
 
Eine Lösung kann ich ad hoc nicht bieten. Vielleicht ist es möglich, den Bahnkörper im Bereich der geplanten Tunnelrampe der P-Option aufzuweiten und die Gleise der S-Bahn zu verschwenken. Vielleicht wird es dadurch möglich, dass sowohl die beiden Gleise der P-Option als auch die beiden Gleise des Nordzulaufs in den Kopfbahnhof ihren Platz bekommen.