Samstag, 28. Februar 2026

Sanierung des Stuttgarter Kopfbahnhofs erfordert Führung einiger Züge durch den Stuttgart 21-Tiefbahnhof

Der Stuttgarter Kopfbahnhof muss im Falle des Weiterbetriebs saniert und später auch modernisiert werden. 

Hierzu müssen rollierend jeweils mindestens zwei Gleise des Kopfbahnhofs vorübergehend stillgelegt werden. Dies funktioniert nur, wenn der Stuttgart 21-Tiefbahnhof einige Züge übernimmmt. Der Stuttgarter Kopfbahnhof und der Stuttgart 21-Tiefbahnhof stehen somit in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Das sehen wir uns heute in diesem Blog näher an.

ICE-Halbstundentakt im Stuttgart 21-Tiefbahnhof
Die Bahn hat zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 den Halbstundentakt mit ICE in der Relation Mannheim - Stuttgart eingeführt. Dieser ICE-Halbstundentakt soll bis München verlängert werden.

Samstag, 21. Februar 2026

Stuttgarter S-Bahn fehlt ein Fünftel der Fahrgäste - Liegt es an Stuttgart 21?

Gemäß einer Presseinformation des Verbands Region Stuttgart vom 12.02.2026 hatte die Stuttgarter S-Bahn im Jahr 2025 20,5 Prozent weniger Fahrgäste als in der Vor-Coronazeit.

Das sind katastrophale Werte, bei denen man nicht zur Tagesordnung übergehen darf.

Hier in diesem Blog wird die These vertreten, dass letztendlich Stuttgart 21 maßgebend für den Fahrgastrückgang ist.

Die Corona-Pandemie dürfte kaum für den dauerhaften Rückgang der Fahrgastzahlen verantwortlich gemacht werden können. Schließlich sind die Fahrgastzahlen bei vielen anderen Verkehrsbetrieben längst wieder in der Vor-Coronazeit angelangt.

Was aber ist dann verantwortlich?

Kommen wir zu Stuttgart 21.

Der Nachweis, dass das ursprüngliche Stuttgart 21 nicht leistungsfähig genug ist, wurde ja längst erbracht.

Stichwort Doppelstockzüge
Das Land BW plante ja ursprünglich, bei Stuttgart 21 einstöckige Züge zum Einsatz zu bringen. Dann wurde dem Land wohl klar, dass Stuttgart 21 die vom Land gewünschten Zugzahlen gar nicht bewältigen kann. Darauf ist das Land auf Doppelstockzüge umgeschwenkt. Die ursprünglich bestellten einstöckigen Züge sollen dann irgendwo anders in BW zum Einsatz kommen.
 
Stichwort Digitaler Knoten
Es wird jetzt versucht, mit einem Pilotprojekt "Digitaler Knoten" die Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21 zu erhöhen. Und das, nachdem man wohl festgestellt hatte, dass sonst Stuttgart 21 nicht genug leistungsfähig ist.
 
Die Rückgänge der Fahrgastzahlen bei der Stuttgarter S-Bahn sind wohl hauptsächlich auf die vielen Betriebsunterbrechungen, Ersatzverkehre, Störungen und Ausfälle zurückzuführen. 
 
Die Betriebsunterbrechungen, Ersatzverkehre, Störungen und Ausfälle sind wiederum zum größeren Teil auf die Bauarbeiten für den Digitalen Knoten zurückzuführen.
 
Die Kombilösung hätte all diese Erschwernisse vermieden
Die Kombilösung für den Stuttgarter Hauptbahnhof (4 Durchgangsbahnhofgleise und 16 Kopfbahnhofgleise) hätte all diese Erschwernisse vermieden. 

Diese Lösung wäre auch ohne den Digitalen Knoten leistungsfähig genug gewesen. Die Stammstrecke der S-Bahn wäre weiterhin alle 2,5 Minuten pro Gleis befahren worden. Alle zukünftigen Verkehrszuwächse im Regionalverkehr wären über den Metropolexpress abgedeckt worden, der im Kopfbahnhof hält. Bei den Zulaufstrecken sind einige zusätzliche Gleise erforderlich.
 
Warten wir mal ab, ob nicht doch noch ein wesentlicher Teil dieses Konzepts umgesetzt werden muss. 

 

 

Dienstag, 10. Februar 2026

Weshalb die Hermann-Hesse-Bahn den Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof braucht

Am 1. Februar 2026 wurde die Hermann-Hesse-Bahn von Calw bis nach Weil der Stadt eröffnet.

Wir sehen uns heute hier in diesem Blog an, weshalb die Hermann-Hesse-Bahn mittel- bis langfristig einen Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof benötigt. 

Ein Betrieb mit Metropolexpresszügen (MEX) zwischen Calw und Stuttgart erfordert einen ergänzenden Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof. 

Als eines von mehreren Argumenten gegen einen Betrieb mit MEX zwischen Calw und dem Stuttgarter Hauptbahnhof wird von Stuttgart 21-Befürworterseite immer wieder angeführt, dass der MEX im Stuttgart 21-Tiefbahnhof eine Durchbindung benötige. Eine weiterführende Strecke für den MEX der Hermann-Hesse-Bahn sei aber schwer zu finden, weil die Strecke der Hermann-Hesse-Bahn weniger Fahrgäste aufweise als fast alle anderen Strecken ab/bis Stuttgart Hauptbahnhof.

Der Stuttgart 21-Tiefbahnhof hat massive Probleme 
Tatsächlich hat der Stuttgart 21-Tiefbahnhof diesbezüglich massive Probleme. Zunächst mal ist es fraglich, ob der Stuttgart 21-Tiefbahnhof überhaupt in der Lage ist, auch noch den MEX der Hermann-Hesse-Bahn aufzunehmen. Dann ist es tatsächlich schwierig, die Hermann-Hesse-Bahn im Hauptbahnhof durchzubinden, weil fast alle Durchbindungsvarianten an den unterschiedlich hohen Fahrgastzahlen scheitern.

Hier kommt jetzt der ergänzende Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof ins Spiel. Der Kopfbahnhof erweist sich auch in Bezug auf die Hermann-Hesse-Bahn flexibler als der Stuttgart 21-Tiefbahnhof. Der MEX der Hermann-Hesse-Bahn sollte in den Kopfbahnhof fahren. Damit wird der Stuttgart 21-Tiefbahnhof nicht zusätzlich belastet. Und vor allem gibt es dann keine Notwendigkeit, eine durchzubindende Strecke für die Hermann-Hesse-Bahn zu suchen. Die MEX der Hermann-Hesse-Bahn enden - von Calw kommend - im Kopfbahnhof und fahren dann wieder zurück nach Calw.

Noch einige weitere Grundargumente für einen MEX Calw - Stuttgart und zurück
  • Die Hermann-Hesse-Bahn ist die einzige Radiallinie im Bahnknoten Stuttgart, die noch nicht mit MEX bedient wird.
  • Es gibt keine Notwendigkeit, die Bahnsteige zwischen Calw und Weil der Stadt auf die S-Bahnhöhe von 96 cm zu erhöhen.
  • Der MEX hat ein WC, die S-Bahn nicht.
  • Auch die Fahrgäste von Weil der Stadt und Leonberg haben ein Recht darauf, mit dem MEX schnell zum Stuttgarter Hauptbahnhof zu kommen, wie das bei den anderen Radiallinien bereits der Fall ist.
  • Der Einsatz des MEX an Stelle der S-Bahn vermeidet eine zusätzliche Belastung der S-Bahngleise im Bereich Zuffenhausen-Nordbahnhof und der Stammstrecke.
  • Die Bahnstrecke zwischen dem Bahnhof Zuffenhausen und der Tunnelrampe des Feuerbacher Tunnels kann relativ einfach sechsgleisig ausgebaut werden.