Donnerstag, 29. Oktober 2026

Gäubahn-Pfaffensteigtunnel und P-Option mit dem Wartbergtunnel: Aus für Stuttgarter Kopfbahnhof?

Die beiden Stuttgart 21-Ergänzungsprojekte Gäubahn-Pfaffensteigtunnel und P-Option mit dem Wartbergtunnel sind inzwischen in Bau gegangen. 

Beide Projekte tragen ihren Teil dazu bei, einen ergänzenden Kopfbahnhof beim Stuttgarter Hauptbahnhof zu verunmöglichen.

Fangen wir mit der P-Option an.
Die Tunnelrampe des Wartbergtunnels der P-Option wird genau dort liegen, wo eigentlich die Gleise im Nordzulauf zum ergänzenden Kopfbahnhof verlaufen könnten. Damit wird einem ergänzenden Kopfbahnhof förmlich die Luft abgeschnürt.
 
Die P-Option gehört eigentlich zu Stuttgart 21. Trotzdem wird ihr Bau jetzt nicht aus dem Stuttgart 21-Topf, sondern mit Nahverkehrsmitteln finanziert. Die P-Option soll Züge aus dem Nordzulauf zum Stuttgarter Hauptbahnhof in den Cannstatter Tunnel von Stuttgart 21 führen. Dies ist der am schwächsten belastete der vier zum oder vom Stuttgart 21-Hauptbahnhof führenden Tunnel.
 
Die P-Option soll auch Durchbindungen von Ludwigsburg über den Hauptbahnhof nach Esslingen ermöglichen. Diese Durchbindung ist bisher im Stuttgart 21-Hauptbahnhof eine Innen-Außen-Durchbindung, damit kapazitätsfressend und nicht umzusetzen. Mit der P-Option wird diese Durchbindung eine verträglichere Außen-Außen-Durchbindung.
 
Nicht zuletzt soll die P-Option vorübergehend den gesamten Verkehr des Nordzulaufs zum Stuttgarter Hauptbahnhof übernehmen, nämlich dann, wenn der Feuerbacher Tunnel  von Stuttgart 21 wegen der Anbindung des Tunnels Stammheim längere Zeit gesperrt werden muss.
 
Gäubahn-Pfaffensteigtunnel
Auch dies ist ein Ergänzungsprojekt zu Stuttgart 21, indem die Züge der Gäubahn hierdurch an den Stuttgart 21-Tiefbahnhof angebunden werden sollen.
 
Auch dieses Projekt wird nicht aus dem Stuttgart 21-Topf finanziert, sondern mit Bundesmitteln.
 
Leistungsmäßig ist das Projekt ein Rohrkrepierer. Denn im Gegensatz zur heute vorhandenen exklusiven Zulaufstrecke der Gäubahn zum Stuttgarter Hauptbahnhof muss sich die Gäubahn zukünftig die Gleise mit den ICE und den RE von Ulm und Tübingen teilen.
 
Auch in Bezug auf den Deutschlandtakt bringt der Pfaffensteigtunnel nichts. Denn die Kantenzeit von 60 Minuten zwischen Tuttlingen und Böblingen kann nur durch Ausbauten im Verlauf dieses Abschnitts umgesetzt werden.
 
Ergänzender Kopfbahnhof
Die Planer der Bahn sollten jetzt dringend darüber nachdenken, wie der aus Kapazitätsgründen und wegen des Deutschlandtakts notwendige ergänzende Kopfbahnhof trotz Pfaffensteigtunnel und P-Option doch noch gebaut werden kann.                

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