Montag, 26. September 2011

Bevölkerung von Schaffhausen stimmt mit großer Mehrheit für S-Bahnnetz

In den letzten vier Posts ging es um einen Vergleich zwischen Stuttgart und Zürich zum Thema Schienenverkehr. Hierbei wurde auch ein Stück weit klar, wie die Schweiz beim Thema Schienenverkehr tickt. Es wurde zudem klar, dass es für die Politiker in Stuttgart und BW wichtig gewesen wäre, sich vor einer Abstimmung über Stuttgart 21 genau über die Bahn der Schweiz und deren Ausbau informieren. Leider ist dies nicht erfolgt.

Eine Meldung vom letzten Wochenende passt gut zu den Inhalten der letzten vier Posts: die Bevölkerung des Kantons Schaffhausen hat am letzten Wochenende der Schaffung eines S-Bahnnetzes für den Kanton mit einer Mehrheit von 76,4 Prozent zugestimmt. 

Für das zukünftige S-Bahnnetz von Schaffhausen sind Investitionen von 75 Millionen Franken erforderlich. Dieser Betrag ist in Relation zu setzen zur Bevölkerungszahl des Kantons Schaffhausen, die gerade mal 75.000 beträgt. Zu den genannten Investitionen kommen Gelder des Bundes für den zweigleisigen Ausbau von Strecken. Und sogar Deutschland investiert 53 Mio Euro in den zweigleisigen Ausbau einer Strecke, die zwar von der S-Bahn Schaffhausen befahren werden wird, die jedoch auf deutschem Gebiet liegt.



Auch der baden-württembergische Verkehrsminister Hermann ist bereits in engem Kontakt mit seinen Schweizer Kollegen. Hierbei geht es um die Fortsetzung der Elektrifizierung der Hochrhein-Strecke. Im Rahmen des S-Bahn-Projekts Schaffhausen wird diese Strecke von Schaffhausen bis zum Grenzort Erzingen elektrifiziert. Nun soll die Strecke auch auf deutschem Gebiet über Waldshut bis zum Badischen Bahnhof Basel elektrifiziert werden.

Die zukünftige S-Bahn Schaffhausen soll auf allen Strecken im Halbstundentakt verkehren, auf einem Kernnetz sollen die Züge während des Berufsverkehrs sogar im Viertelstundentakt fahren. Im Bahnhof Schaffhausen selbst soll ein Rendez-vous-Punkt eingerichtet werden, mit schnellen Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen. Die Hälfte aller Fahrten im Kanton soll zukünftig mit dem öffentlichen Verkehr stattfinden.

Passend dazu wurde ebenfalls am Wochenende ein Gutachten der Schweizer Firma SMA zu den Fahrzeiten bei Stuttgart 21 veröffentlicht. Das Gutachten stammt vom Herbst 2010 und wurde bisher von den Landesregierungen in BW unter Verschluss gehalten. Das Gutachten belegt, dass bei S 21 im Durchschnitt längere Fahrzeiten einschließlich der Umsteigezeiten bestehen als beim Konzept eines ausgebauten Kopfbahnhofs K 21. Es wird wirklich Zeit, dass Stuttgart 21 endgültig gestoppt wird, damit wir uns auch in Stuttgart innovativen Lösungen für den Bahnverkehr zuwenden können. 

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