Dienstag, 12. Juli 2011

Schuster und seine Stiftung Rosenstein werden allmählich untragbar

Stuttgarts OB Schuster hat jetzt zugegeben, dass die Bebauung des beim Projekt Stuttgart 21 frei werdenden Bahngeländes Jahrzehnte dauern würde. Damit nähert er sich jetzt langsam dem an, was in diesem Blog schon vor längerer Zeit dargestellt worden ist.

Die praktische Umsetzung der Bebaung, so Schuster, würde 15 bis 20 Jahre dauern. Konkretisieren wir das doch einmal weiter über die allgemeinen Äußerungen von Schuster hinaus. 



Stuttgart 21 würde - freundlich angenommen - im Jahr 2025 in Betrieb gehen. Daran schließen sich fünf Jahre an, die für die Freimachung des Bahngeländes, für die Altlastensanierung und für Streitereien zwischen den Partnern um die Kosten der alle Maßen sprengenden Sanierung draufgehen. Damit sind wir im Jahr 2030. Bis alles bebaut ist, dauert nach allen Erfahrungen nicht 20, sondern mindestens 30 Jahre. Fertig ist die ganze Sache also im Jahr 2060. 

Im Jahr 2060 gibt es jedoch in Stuttgart bereits seit 40 Jahren einen Bevölkerungsrückgang. Somit wird es kaum Nachfrage nach den neuen Wohnungen geben. Zudem wird kaum jemand ab dem Jahr 2032 in die ersten Wohnungen einziehen wollen, wenn er die nächsten 28 Jahre inmitten einer Baustelle leben muss.

OB Schuster hat also zum ersten Mal zugegeben, dass die Bebauung des ehemaligen Bahngeländes ein Disaster werden wird. So weit, so gut, oder auch so schlecht.

Jetzt kommt aber der eigentliche Skandal. Weil er für seine Stiftung Rosenstein angesichts der genannten Jahreszahlen bei den Bürgern zunächst nur wenig Interesse vermutet, will er, dass sich die Stiftung Rosenstein auch um die Bürgerbeteiligung bei anderen städtebaulichen Projekten kümmert, zum Beispiel beim Projekt der Nachnutzung des Geländes des Olgakrankenhauses im Stuttgarter Westen oder beim Schoch-Areal in Feuerbach.

Das bedeutet im Endeffekt, dass sich zukünftig nur noch diejenigen Stuttgarterinnen und Stuttgarter an der Stadtplanung beteiligen dürfen, die sich zu Stuttgart 21 und dem Rosensteinviertel bekennen. Und damit will Schuster das von der Bevölkerung nicht akzeptierte Projekt Stuttgart 21 durch die Hintertür bewerben und den Leuten nahebringen. 

So nicht, Herr Oberbürgermeister! Ich gehe davon aus, dass sich mindestens die Grünen und die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke vehement diesem Ansinnen widersetzen werden. 

Und nur noch mal zur Erinnerung:

Beim Projekt K 21 könnte mit dem Wohnungsbau auf 70 Prozent des bei Stuttgart 21 freiwerdenden Geländes sofort begonnen werden. Die neuen Wohnungen stünden dann alle bis 2020 zur Verfügung, in einem Zeitraum also, in dem noch Bedarf an zusätzlichen Wohnungen in Stuttgart herrscht.

Und auch ganz wichtig: 

In denjenigen Städten, die ihre Kopfbahnhöfe behalten und modernisieren - zum Beispiel Frankfurt/Main, München, Zürich - herrscht in den an das Bahngelände angrenzenden Arealen eine Bautätigkeit, die um ein Vielfaches höher ist als in Stuttgart. Das kann jedermann oder -frau sehen. Man muss nur die Zahl der Kräne zählen. Wer also der Bauindustrie etwas gutes tun will und wer Stuttgart entwickeln will, tut gut daran, den Kopfbahnhof zu erhalten und sofort mit der Entwicklung der nicht mehr benötigten Bahnflächen zu beginnen.     

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