Dienstag, 31. Mai 2011

Beginnt die DB bereits mit der Ertüchtigung des Kopfbahnhofs?


Stuttgart 21 ist nicht umsetzbar. Wie oft wurde dies hier im Blog schon gesagt? 

Stuttgart 21 ist nicht einmal in der Lage, die heute im Kopfbahnhof abzufertigenden Züge zu bewältigen. Und Stuttgart 21 ist erst recht nicht in der Lage, einen dreißigprozentigen Zuwachs des Bahnverkehrs aufzufangen. Dabei muss der Bahnverkehr aus Umweltgründen in den kommenden 10 bis 20 Jahren um 100 Prozent steigen.

Stuttgart 21 würde nur unter einem stark gestutzten Fahrplan funktionieren. Ein wesentlicher Bestandteil von Stuttgart 21 ist die Anbindung des Stuttgarter Flughafens an den Fernverkehr. Dies ist ein im Vergleich zur Wichtigkeit des Nah- und Regionalverkehrs geradezu vernachlässigenswertes Verkehrsziel. Der Nah- und Regionalverkehr hingegen würde unter Stuttgart 21 schwer leiden.

Stuttgart 21 ist geotechnisch nicht umsetzbar und aus städtebaulichen Gründen ist Stuttgart 21 ebenfalls ein No Go.

Weiß dies alles eigentlich auch die Bahn? Wenn ja, warum stoppt die Bahn dann Stuttgart 21 nicht umgehend? Warum schwingt Bahnchef Grube dann weiterhin große Worte und droht der Landesregierung, die Bauarbeiten wieder aufzunehmen?

Oder ist das alles nur Pokerspiel? Man kann in die Köpfe der Bahnmitarbeiter nicht hineinsehen. Und aus der bahninternen Diskussion dringt nichts nach draußen. Allenfalls Indizien kann man sammeln.

Ein Indiz dafür, dass die Bahn Stuttgart 21 letztendlich nicht weiterverfolgen wird, sind m.E. die Umbaumaßnahmen auf den Bahnsteigen des Kopfbahnhofs. An den Stellen, wo die Bahnsteige eigentlich in Kürze abgerissen werden sollten, um der Baugrube für den Tiefbahnhof von Stuttgart 21 Platz zu machen, hat die Bahn in den vergangenen Wochen einiges investiert. Diese Investitionen wären kaum zu rechtfertigen, würde die Bahn diese Bahnsteigbereiche tatsächlich demnächst abreisen.

Auf allen Bahnsteigen wurden neue Stelen mit Monitoren und unterirdischer Stromzufuhr montiert. Und die Markierungen für die Raucherbereiche wurden ebenfalls erneuert.

Monitore mit unterirdischer Stromzufuhr auf den Bahnsteigen des Stuttgarter Kopfbahnhofs - an dieser Stelle sollten die Bahnsteige eigentlich für den Bau des Tiefbahnhofs abgerissen werden.
Neue Monitore mit Stromzufuhr wurden auch im Bahnsteigbereich in der Nähe der Prellböcke montiert: eigentlich würde dort demnächst ein großes Loch klaffen.
Auch die Markierungen auf den Bahnsteigen - wie hier zum Beispiel die Markierung des Raucherbereichs - wurden vor wenigen Tagen an den Stellen erneuert, wo eigentlich demnächst gar kein Bahnsteig mehr sein sollte.

1 Kommentar:

  1. Die DB gibt S21 auf? Wegen einiger Monitore? So weit würde ich nicht gehen. Aber die Richtung stimmt: Baustopp bis nach dem Stresstest. Und diese Monate reichen, um mit den Monitoren Geld zu verdienen.

    Hier noch ein Link zu zwei neuen und einigen älteren Fachaufsätzen über den Schmalbahnhof:
    http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=740

    Logikus
    Verfasser des Blogs mit den 60 Gegenargumenten
    http://stuttgart21-info.blogspot.com/

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