Mittwoch, 13. Oktober 2010

Stuttgart 21 vernichtet Volksvermögen


Beim Projekt Stuttgart 21 wird ein gut funktionierender Kopfbahnhof mit 16 Gleisen und mit kreuzungsfrei trassierten Zulaufstrecken durch einen achtgleisigen Tiefbahnhof mit zig-Kilometer Tunnelstrecken und unzureichend dimenisionierten Zulaufstrecken ersetzt.

Damit nicht genug: durch Stuttgart 21 wird eine erst in den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts viergleisig aus- und neugebaute Strecke in Stuttgart-Vaihingen bereits wieder überflüssig. Dies ist eine wahre Vernichtung von Volksvermögen.

In den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Abschnitt der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen auf einer Länge von 3,4 Kilometern viergleisig ausgebaut. Hierbei wurden nicht einfach zwei zusätzliche Gleise an die vorhandenen Gleise angefügt. Vielmehr wurde der Abschnitt vollständig neu gebaut. Dazu gehörten Kunstbauwerke wie der Nesenbachviadukt oder größere Geländeeinschnitte.

Viergleisige Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen mit der S-Bahnhaltestelle Österfeld im Hintergrund: kompletter Neubau der Strecke in den achziger Jahren
Eine S-Bahn fährt über den Nesenbachviadukt in Stuttgart-Vaihingen: der Nesenbachviadukt wurde in den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts vollständig neugebaut mit vier Gleisen.
Das Projekt Stuttgart 21 sieht vor, dass die Gäubahn nicht mehr durch Stuttgart-Vaihingen, sondern über Leinfelden-Echterdingen und den Flughafen zum Hauptbahnhof geführt wird. Somit würden zwei der vier Gleise der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen, die erst in den achziger Jahren gebaut worden sind, bereits wieder überflüssig. Diese Gleise müssten bereits wieder demontiert werden, die Hälfte des neugebauten Nesenbachviadukts müsste bereits wieder abgerissen werden, die Hälfte der Einschnitte müsste bereits wieder verfüllt werden.

Was für eine Verschwendung, was für eine Vernichtung von Volksvermögen! Aber das ist das Kennzeichen von Stuttgart 21: um die Bahn unter die Erde zu bekommen, um teure Grundstücke gewinnbringend verkaufen zu können, wird jeder Kollateralschaden in Kauf genommen. Es geht bei diesem Projekt ja letztendlich gar nicht um die Bahn. Wie die Bahn später einmal fahren wird, ist den Projektbetreibern egal. 

Schade ist es nur um diejenigen Menschen irgendwo in Baden-Württemberg weit weg von Stuttgart, die das Märchen von einer besseren Bahn durch Stuttgart 21 mangels Überprüfbarkeit der Informationen glauben.

Ist Stuttgart 21 ein Bahnprojekt? 

Nur insofern, als es irgend etwas mit der Bahn zu tun hat. Stuttgart 21 ist jedoch kein Bahnprojekt in dem Sinne, dass es für die Bahn und für die Fahrgäste Verbesserungen bringen wird. Somit ist Stuttgart 21 eigentlich ein Anti-Bahn-Projekt. Das gilt es, den Menschen möglichst bald und flächendeckend nahezubringen.       

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen