Montag, 25. Oktober 2010

Kopfbahnhof bietet verschiedene Umsteigemöglichkeiten


Als einer der Vorteile des Kopfbahnhofs gilt das bequeme und barrierefreie Umsteigen. Um von einem zum anderen Bahnsteig zu gelangen, ist es nicht erforderlich, Treppen zu steigen oder Fahrtreppen und Aufzüge zu benutzen. Um beim Kopfbahnhof umzusteigen, geht man einfach den Bahnsteig entlang bis zum Prellbock und erreicht dann eben und ohne Stufen über den Querbahnsteig den Bahnsteig des Anschlusszuges. Das barrierefreie Umsteigen funktioniert beim Kopfbahnhof auch dann, wenn Aufzüge oder Fahrtreppen defekt sind. Erfahrene Bahnkunden wissen, dass Aufzüge und Fahrtreppen oft defekt sind.

Nun wird von den Gegnern des Kopfbahnhofs und Protagonisten von Stuttgart 21 immer wieder eingewendet, dass das barrierefreie Umsteigen über den Querbahnsteig zwar recht und gut sei, dass aber teilweise sehr lange Wege zurückgelegt werden müssten, um erst einmal zum Querbahnsteig zu kommen.

Das ist teilweise richtig. Ein ICE 3 ist 200 Meter lang, zwei gekuppelte ICE 3 sind somit 400 Meter lang. Steigt man gerade an der dem Prellbock gegenüberliegenden Zugseite aus oder ein, ist man schon ein wenig unterwegs, um über den Querbahnsteig zu einem anderen Bahnsteig zu kommen.

Nun kommt aber etwas ins Spiel, was zumindest beim derzeitigen Stuttgarter Kopfbahnhof ein absolutes Schattendasein führt, was jedoch für das Umsteigen an einem Kopfbahnhof ein wichtiges Element darstellt.

Es gibt beim Stuttgarter Kopfbahnhof nämlich auch eine Fußgängerunterführung, die ungefähr in der Mitte der Bahnsteige eine direkte Verbindung zwischen den Bahnsteigen sowie zur S-Bahn herstellt.

Von jedem Bahnsteig des Stuttgarter Kopfbahnhofs führt eine Treppe hinab zu einer Unterführung, die die Bahnsteige miteinander sowie mit der S-Bahn verbindet.
Besonders einladend ist die Fußgängerunterführung beim Stuttgarter Kopfbahnhof zur Zeit nicht, eine direkte Folge von über 20 Jahren Vernachlässigung wegen der Pläne zu Stuttgart 21.
Es gibt einen Grund dafür, dass die Fußgängerunterführung beim Stuttgarter Kopfbahnhof so wenig bekannt ist und dass sie selbst in den Papieren zum Ausbau des Kopfbahnhofs kaum auftaucht. Diese Unterführung entspricht nicht mehr dem Stand der Zeit, sie ist jahrzehntelang vernachlässigt worden. Damit ist diese Unterführung aber nur ein Beispiel für den Zustand des Kopfbahnhofs insgesamt.

Während in anderen Kopfbahnhofstädten wie zum Beispiel Frankfurt / Main, Leipzig und Zürich die Kopfbahnhöfe in den vergangenen Jahrzehnten ständig modernisiert und erweitert worden sind, hat sich beim Stuttgarter Kopfbahnhof wegen der lähmenden Stuttgart 21 - Pläne seit Jahrzehnten nichts mehr getan.

Nach einer Stornierung des Stuttgart 21 - Projekts und bei einem darauf folgenden etappierbaren Ausbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs muss die Fußgängerunterführung zwischen den Bahnsteigen eine wichtige Rolle spielen. Diese Fußgängerunterführung muss massiv ausgebaut werden. Möglicherweise ist es besser, unmittelbar neben der bestehenden Fußgängerunterführung eine viel breitere, modernere Unterführung zu bauen als die bestehende Unterführung zu verbreitern. Das muss man dann im Detail sehen.  Möglich wäre auch eine Verschiebung der Unterführung an einen günstigeren Platz. Ja, es wäre sogar möglich, zwei Unterführungen zu bauen, eine in der Bahnsteigmitte, und eine am Bahnsteigende. Ob das Sinn machen würde, bleibt hier unbeantwortet. Wichtig ist allein, dass der Kopfbahnhof viele Chancen beinhaltet, das Umsteigen zwischen den Bahnsteigen möglichst kundenfreundlich zu gestalten.

Neben der Unterführung selbst müssen auch die Zugänge modernisiert werden. Auch die Zugänge müssen verbreitert werden und jeweils mit einer Fahrtreppe ausgestattet werden. 

Weiter muss es einen direkten Zugang zu dieser Fußgängerunterführung von außen geben, also von der Schlossgartenseite her durch den Südflügel und von der Heilbronner Straße her. Damit wird die Fußgängerunterführung beim Stuttgarter Kopfbahnhof in die Lage versetzt, den Querbahnsteig wirkungsvoll zu entlasten und zusätzliche Fahrgastströme durch den Bahnhof und zur S-Bahn zu lenken. Beispiele für solche die Hauptzugänge entlastenden Fußgängerachsen findet man zum Beispiel bei den Hauptbahnhöfen von Zürich und Bern.

Im nächsten Post bleiben wir beim Thema der Fußgängerunterführung dran und überlegen uns, welche Auswirkungen ein Ausbau der Fußgängerunterführung auf die Bahnsteige des Kopfbahnhofs hat.   

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