Montag, 20. September 2010

Geben wir der SPD noch eine Chance?

Im Post von gestern war das Versagen der SPD als Oppositionspartei im Rahmen des demokratischen Systems und des Wettbewerbs der Konzepte das Thema.

Einen Ausweg aus dem Dilemma, in das sich die SPD manövriert hat, gibt es nicht durch die Ausrufung einer Volksabstimmung bei gleichzeitiger Beibehaltung der PRO - Stuttgart 21 - Haltung. Die Wiedererlangung der Reputation als eigenständige Partei kann die SPD nur noch durch eine Absage an Stuttgart 21 und die Präsentation eines neuen Konzepts "Zukunft Bahn Baden-Württemberg" erlangen.



Wie könnte dieses Konzept aussehen?

Das Konzept müsste drei Themen behandeln:
1. Die Zukunft des Bahnknotens Stuttgart
2. Die Zukunft des Eisenbahn-Personenverkehrs in Baden-Württemberg
3. Die Zukunft des Schienengüterverkehrs in Baden-Württemberg

Zum ersten Thema sind zu behandeln:

Soll der Bahnknoten Stuttgart ausgebaut und gestärkt werden?
Wie groß soll das Einzugsgebiet des Bahnknotens Stuttgart sein? Damit ist gemeint: aus welchen Teilen des Landes sowie angrenzender Gebiete sollen Menschen mit dem Zug nach Stuttgart gebracht werden, um dort in den Fernverkehr oder in andere Regionalzüge umzusteigen?
Sind die auf Stuttgart zulaufenden Bahnstrecken aus allen Teilen des Landes ausreichend dimensionert oder müssen Ausbauten erfolgen? (z.B. Elektrifizierung, weitere Gleise, Ausweichstellen, weitere Bahnsteige auf Unterwegsbahnhöfen, Begradigung von Kurven) 
Sind die 16 Gleise des Stuttgarter Hauptbahnhofs für die zukünftige Bedeutung des Bahnknotens Stuttgart ausreichend oder müssen zukünftig weitere Gleise gebaut werden?
Sind die Zufahrten zum Stuttgarter Kopfbahnhof ausreichend oder müssen zukünftig weitere Gleise gebaut werden?

Zum zweiten Thema ist zu erörtern:
 
Welche Zielgrößen bei den Fahrgästen und den Zugzahlen gibt es für das Bahnnetz in BW für den Horizont in 10 / 20 / 30 Jahren?
Wo sind die Defizite im Bahnnetz und Bahnverkehr besonders groß? (z.B. besonders langsame Fahrzeiten im Vergleich zu den Fahrzeiten im Pkw, besonders schlechte Bahnstrecke bei gleichzeitig paralleler Führung einer Autobahn).
Auf welchen Strecken soll in 10 / 20 / 30 Jahren ein integraler Taktfahrplan mit Stundentakt / Halbstundentakt / Viertelstundentakt bestehen?
Welche Ausbauten sind erforderlich, um die o.a. Ziele zu erreichen?

Zum dritten Thema:

Wie kann die Paradestrecke des Landes im Güterverkehr, die Oberrheintalstrecke als Teil des Korridors Antwerpen - Genua so schnell wie möglich ausgebaut werden?
Welche Bedeutung hat die Strecke Mannheim / Karlsruhe - Stuttgart - Ulm - München für den Güterverkehr? Welche Ausbauten sind in diesem Streckenverlauf erforderlich?
Welche weiteren Güterverkehrsstrecken im Land sind auszubauen?

Gegenüber diesem Konzept ist das aus einem Grundstücksverwertungsdeal hergeleitete Stuttgart 21 - Projekt geradezu langweilig und von gestern. 

Also: worauf wartet die SPD noch?  

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