Dienstag, 31. August 2010

Neulich bei der Autolobby

Die Autolobby kommt zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. 

Mit ernster Miene berichtet ein Sitzungsteilnehmer von Betrebungen, den Güterverkehr auf der Bahn in den kommenden zehn Jahren zu verdoppeln. Viele Verkehrspolitiker und große Teile der Bevölkerung hielten es wegen der drohenden Klimaerwärmung und aus Gründen des Umweltschutzes für erforderlich, dass wenigstens ein Teil der bisher von Lkw über die Autobahnen transportierten Güter zukünftig auf der Bahn transportiert werden. Auch beim Personenverkehr wünschten sich viele, dass es auf der Schiene zukünftig mehr Fahrgäste gibt.

 

In einer langen und erregten Diskussion erörtert die Runde, wie man diesen bedrohlichen Entwicklungen Einhalt gebieten kann. Ein Teilnehmer schlägt vor, einigen Politikern Zuwendungen zu gewähren, damit sie diese Entwicklung noch aufhalten. Der Vorschlag wird nach kurzer Diskussion abgelehnt. Denn es hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass solche Dinge früher oder später auffliegen. Man wolle sich nicht in der Öffentlichkeit blamieren.

Ein anderer Teilnehmer schlägt vor, in der Öffentlichkeit massiv wegen des drohenden Arbeitsplatzverlusts bei der Autoindustrie sowie im Straßentransportgewerbe die Trommel zu rühren. So richtig begeistert ist die Runde jedoch auch von diesem Vorschlag nicht. Denn womöglich kommen dann Experten, die behaupten, dass sich anderswo neue Arbeitsplätze bilden und dass es unter dem Strich durch die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene gar keine Arbeitsplatzverluste gibt.

Die Runde diskutiert und diskutiert. Es geht schon bedenklich auf die Mittagspause zu. Da springt plötzlich ein Teilnehmer auf und sagt:

"Ich hab`s: Wir bauen Stuttgart 21 sowie die Neubaustrecken Wendlingen - Ulm und Erfurt - Nürnberg".  

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